SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Trotz Schuldenkrise zücken die Menschen immer häufiger ihre Kreditkarte. Davon profitiert der weltgrößte Anbieter Visa (
Vivendi Universal) <3V64.FSE>. Im vierten Geschäftsquartal (Juli bis September) stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf unterm Strich 880 Millionen
Dollar (633 Mio Euro), wie der US-Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Damit übertraf Visa die Erwartungen der Analysten. Nachbörslich sank die
Aktie dennoch um annähernd 2 Prozent. Visa hatte schon in den vergangenen Quartalen die Erwartungen regelmäßig übertroffen.
In den vergangenen drei Monaten wurden Rechnungen über unvorstellbare 970 Milliarden Dollar mit Visa-Karten bezahlt, das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders das grenzüberschreitende Zahlen legte weiter zu - etwa im Urlaub, bei Geschäftsreisen oder Bestellungen im Ausland. Die Erträge - die Einnahmen von Visa - stiegen um 13 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar.
Firmenchef Joseph Saunders geht auch für das gerade angebrochene Geschäftsjahr von einem Wachstum in ähnlicher Größenordnung aus. Den laufenden, 1 Milliarde Dollar schweren Rückkauf eigener Aktien stockte das Management um den gleichen Betrag auf.
Visa, wie auch Konkurrent Mastercard (MasterCard) verleihen das Geld nicht selbst, sondern übernehmen nur die Abwicklung der Zahlungen und kassieren dafür Gebühren. Das Risiko unbezahlter Kartenschulden tragen die Partner - das sind zumeist Banken, aber auch Fluggesellschaften oder Autoverleiher. American Express als dritte große Kreditkartenfirma gewährt den Kunden dagegen auch den eigentlichen Kredit. In guten Zeiten sorgt das für satte Zinseinnahmen, in der Krise musste American Express seinem Geld hinterherlaufen. Zuletzt verdiente das Unternehmen unterm Strich satte 1,2 Milliarden Dollar. Mastercard legt seine Geschäftszahlen in der kommenden Woche vor./das/DP/edh