07.06.2012 13:32
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ROUNDUP: Vodafone und Telefonica kooperieren in Großbritannien

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    LONDON (dpa-AFX) - Die Konkurrenz für die Deutsche Telekom und France Telecom in Großbritannien wird härter. Die beiden großen Telekommunikationskonzerne Vodafone und Telefonica wollen in Großbritannien beim Netzausbau künftig enger zusammenarbeiten. Zu diesem Zweck werde ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, an dem Briten und Spanier je zur Hälfte beteiligt seien, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Ziel der Kooperation sei es, eine nationale Netzinfrastruktur für die vierte Mobilfunkgeneration (G4) gemeinsam schneller aufzubauen, als es getrennt möglich wäre. Gleichwohl würden beide Konzerne im gemeinsamen Netz unabhängige Dienste anbieten, die miteinander im Wettbewerb stünden. Bis zum Jahr 2015 sollen zudem auch die ländlichen Gebiete im Vereinigten Königreich besser erschlossen werden. Bis dahin werde eine Netzabdeckung der Haushalte von 98 Prozent bei den 2G und 3G Netzen angestrebt.

 

    Die Vereinbarung steht noch unter dem Vorbehalt der britischen Regulierungsbehörde für Telekommunikation (Ofcom). Man befinde sich in Gesprächen mit der Regulierungsbehörde und beabsichtige, das Joint-Venture noch im laufenden Jahr zu verwirklichen, hieß es in der Mitteilung. Im Jahr 2010 hatte die Deutsche Telekom mit der France Telecom einen vergleichbaren Schritt gewagt, wie die Briten mit den Spaniern jetzt. T-Mobile UK und Orange fusionierten zum Marktführer Everyone Everywhere in Großbritannien. Zusammen kamen beide auf einen Marktanteil von rund 37 Prozent und etwa 30 Millionen Kunden. Die Ofcom machte lediglich den Verkauf von Frequenzen zur Auflage. Damals hatte Vodafone-Chef Vittorio Colao die Fusion der Konkurrenten als notwendige Marktbereinigung begrüßt, aber darauf verwiesen, dass Vodafone immer noch eine große Nummer drei auf dem Markt mit einer guten Größe sei. Nun zieht er nach.

 

    Die Telekommunikationskonzerne müssen Kosten sparen. Beim Aufbau der Netze ist das möglich. Deutsche Telekom und France Telecom versprachen sich beispielsweise bei ihrem Schulterschluss Synergien von mehr als vier Milliarden Euro. Zu finanziellen Details machten Vodafone und Telefonica allerdings bislang keine Angaben. Telefonica-Aktien legten zuletzt um 0,17 Prozent auf 9,62 Euro zu, während Vodafone-Titel minimale 0,06 Prozent auf 169,03 Pence gewannen.

 

    Die europäische Telekommunikationsbranche ist aber auch darüber hinaus in Bewegung. Meldungen zu größeren Anteilsverkäufen und Kooperationen häufen sich. Erst vor wenigen Tagen wurde berichtet, Telefonica wolle ihre deutsche Tochter O2 Germany an die Börse bringen. Der Verkauf könne rund zwei Milliarden Euro einbringen. Den Spaniern kämen die Einnahmen recht. Sie sitzen auf einem riesigen Schuldenberg. Das Geschäft des Telekomriesen leidet zudem unter der Krise im eigenen Land. Den Berichten aus Kreisen zufolge will der Konzern seine Verschuldung noch in diesem Jahr um sechs bis acht Milliarden Euro senken. Helfen soll dabei die Trennung von Unternehmensteilen in Deutschland und Lateinamerika. Der Teilbörsengang des Deutschlandgeschäfts von O2 ist laut den Kreisen die bevorzugte Option. Gleichwohl prüfe Telefonica auch weiterhin eine Zusammenlegung von O2 mit E-Plus, der deutschen Tochter des niederländischen Konkurrenten KPN (Koninklijke KPN) .

 

    Interesse an der Branche in Europa besteht wohl auch andernorts. So wird dem mexikanischen Investor Carlos Slim Helu in Medienbericht nachgesagt, bei der Telekom Austria (ThyssenKrupp) Großaktionär werden zu wollen. Slim, einer der reichsten Männer der Welt, halte über seinen Mobilfunkkonzern America Movil bereits über vier Prozent an Telekom Austria und sei auf dem Sprung, zweitgrößter Aktionär mit knapp einem Viertel der Anteile zu werden. Der Mexikaner hatte Ende Mai auch eine Aufstockung seines Anteils am niederländischen Telekomkonzern KPN angeboten./wiz/jha/

 

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