NEW YORK (dpa-AFX) - Ihre milliardenschweren Verluste zwingen die
Bank of America zu drastischen Maßnahmen. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" ist das zweitgrößte aller US-Institute sogar bereit, sich bei einer Verschärfung ihrer Probleme aus Teilen des Landes zurückzuziehen. Über Filialverkäufe könnte die Bank benötigtes Kapital einnehmen und die Kosten senken.
Der Zeitung zufolge ist der mögliche Rückzug Teil eines Notfallplans, den die Bank of America bei der US-Notenbank Fed eingereicht hat. Das Blatt beruft sich bei seinen Informationen am Freitag auf eingeweihte Personen. Dass es schlecht um die Bank of America steht, ist jedoch kein Geheimnis. Sie baut 30.000 Job ab, um Geld zu sparen.
Die Bank aus Charlotte in North Carolina ist der Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den größten US-Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, was zu Milliardenverlusten führte. Überdies beklagen sich Investoren, sie seien von Countrywide bei Hypotheken-Geschäften betrogen worden und fordern milliardenschweren Schadenersatz von der Bank of America.
Ein Rückzug wäre ein schwerer Schlag für die Bank of America. Sie hatte sich durch Zukäufe zur Nummer eins unter den Kreditinstituten in den Vereinigten Staaten aufgeschwungen. Diesen Titel musste sie angesichts ihrer Probleme jüngst aber an JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) Chase abgeben. Neben diesen beiden Finanzriesen ist nur noch Wells Fargo von der Ost- bis zur Westküste der USA mit Filialen vertreten und mit Abstrichen die Citigroup .
Um die Probleme bei der Bank of America zu lindern, war Investorenlegende Warren Buffett dem Institut im Sommer beigesprungen. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (Berkshire Hathawa b) kaufte für 5 Milliarden Dollar Vorzugsaktien. Wenig später trennte sich die Bank von der Hälfte ihrer Anteile an der China Construction Bank, was ihr gut 8 Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Der Rückzug aus Landesteilen kommt laut "Wall Street Journal" aber nur infrage, wenn weiteres Geld benötigt werde./stw/das/DP/wiz