PARIS/JONA/WIESBADEN (dpa-AFX) - Die weltweite Wirtschaftskrise und ein langer Winter haben bei den beiden Baustoffkonzernen Lafarge <PLG.PSE> <CIL.FSE> und Holcim <HOLN.VTX> <HLBN.FSE> tiefe Spuren im ersten Jahresviertel hinterlassen. Die Ergebnisse brachen bei beiden HeidelbergCement-<HEI .ETRKonkurrenten ein und die Erlöse gingen kräftig zurück, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Mitteilungen hervorgeht. Während die französische Lafarge unter dem Strich rote Zahlen schrieb, wies Holcim aus der Schweiz noch ein kleines Plus aus. Und einen Ausblick auf das laufende Jahr wagte keines der beiden Unternehmen.
Holcim-Aktien büßten bis zum Nachmittag an der Schweizer Börse 1,66 Prozent auf 59,60 Schweizer Franken ein. Die Papiere von Lafarge legten um 2,65 Prozent auf 46,71 Euro zu. Während Holcim bei allen Kennzahlen die Schätzunge der Analysten verfehlte, übertraf Lafarge die Gewinnprognosen.
Die globale Krise und der in vielen Märkten witterungsbedingt verhaltene Start der Bauwirtschaft hätten bestätigt, dass 2009 schwierig sein werde, hieß es nur seitens Holcim. Erst in den kommenden Monaten werde sich in Europa und Nordamerika abzeichnen, wie stark der Nachfragerückgang auf die Rezession und den harten Winter zurückzuführen sei. Ähnlich zurückhaltend äußerte sich Lafarge. Allerdings erwarten die Franzosen im kommenden Jahr aus den staatlichen Konjunkturprogrammen einen Schub für ihr Geschäft. Für 2009 geht das Unternehmen von einem weltweiten Rückgang beim Zementumsatz von zwei bis fünf Prozent aus. Dabei sollten die Preise sollten aber stabil bleiben. Die deutsche HeidelbergCement legt an diesem Donnerstag ihre Quartalszahlen vor.
ERGEBNISEINBRUCH
Im ersten Quartal gingen die Erlöse bei Holcim um 17,9 Prozent auf 4,523 Milliarden Schweizer Franken (2,99 Mrd. Euro) und bei Lafarge um neun Prozent auf 3,63 Milliarden Euro zurück. Einen starken Nachfragerückgang verzeichneten beide Konzerne in Europa und Nordamerika. Neben der Wirtschaftskrise machte dort vor allem der lange und kalte Winter den Baustoffkonzernen zu schaffen. Zuwächse konnten die Unternehmen hingegen in den Schwellenländern verzeichnen. Unter dem Strich fiel bei Lafarge ein Minus von 17 Millionen Euro nach einem Gewinn von 150 Millionen Euro im Vorjahresquartal an. Bei Holcim schrumpfte der Gewinn um 80 Prozent auf auf 74 Millionen Schweizer Franken.
Holcim begegnet der Krise mit einem bereits im vergangenen Jahr begonnenen Sparprogramm und einem Abbau von Kapazitäten. Deutlich zurückgefahren hat das Unternehmen bereits Investitionen in Unterhalt und Finanzanlagen. Der genehmigte Kapazitätsausbau 2009 bis 2012 soll hingegen größtenteils fortgeführt werden.
DYCKERHOFF
Der harte Winter hinterließ auch bei Dyckerhoff <DYK3.ETR> im Auftaktquartal deutliche Spuren. Auf den wichtigen osteuropäischen Märkten Russland und Ukraine sei zudem die Wirtschaftskrise spürbar, teilte die Tochter des italienischen Zementkonzerns Buzzi Unicem <BZU.AFF> <UCM1.FSE> mit. Der Konzernumsatz sank um 36 Prozent auf 258 Millionen Euro. Als Ergebnis wies der Konzern ein Minus von 26 Millionen Euro aus nach einem Plus von 40 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für 2009 insgesamt erwartet Dyckerhoff einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,971 Mrd). Das Ergebnis werde schlechter ausfallen als 2008, als Dyckerhoff 273,6 Millionen Euro Gewinn verbucht hatte./ne/he