04.01.2013 15:31
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Wöhrl übernimmt SinnLeffers - Modehäuser sollen erhalten bleiben

    HAGEN (dpa-AFX) - Der Nürnberger Modehändler Wöhrl übernimmt die Hagener Modekette SinnLeffers mit ihren rund 2.000 Beschäftigten. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Handelsunternehmen mit 60 Modehäusern, mehr als 4.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 600 Millionen Euro, wie beide Unternehmen am Freitag in Hagen mitteilten. Die beiden Marken Wöhrl und SinnLeffers sollen erhalten bleiben und alle Häuser fortgeführt werden. Über die Einbindung der SinnLeffers-Zentrale in Hagen in die neu formierte Gruppe würden in Kürze Gespräche aufgenommen. In der Hagener Zentrale arbeiten rund 120 Menschen. Zum Kaufpreis gab es keine Angaben.

 

    "SinnLeffers passt perfekt zu Wöhrl", sagte Senior-Unternehmenschef Gerhard Wöhrl. Beide Ketten ergänzten sich nahezu ideal mit ihren Standorten und ihrer Geschäftsauffassung. Wöhrl erweitere mit dem Kauf seine regionale Reichweite deutlich. Wöhrl ist vor allem in Bayern und Ostdeutschland vertreten, SinnLeffers im Westen und Norden.

 

    Die Übernahme bringe beiden Seiten Vorteile bei Einkauf, Marketing und Kundenansprache, sagte SinnLeffers-Geschäftsführer Karsten Oberheide. Wöhrl sei als langfristig ausgerichtetes Familienunternehmen ein "gutes Zuhause". Das Bundeskartellamt muss dem Geschäft noch zustimmen.

 

    SinnLeffers hatte im Sommer 2008 Planinsolvenz angemeldet. Seit dem Ende des Verfahrens ist das Unternehmen mit deutlich verkleinertem Ladennetz und halbierter Mitarbeiterzahl am Markt. Die Firma habe seit 2008 den Umsatz um sieben Prozent gesteigert und "substanziell in die Häuser investiert", sagte Aufsichtsratschef Patrick Feller. SinnLeffers arbeite profitabel, Zahlen nannte Feller aber nicht.

 

    SinnLeffers war 1997 durch die Fusion aus den zwei kleineren Traditions-Modehäusern Sinn und Leffers entstanden. Von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener KarstadtQuelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde. Die DIH verkauft nun ihre Anteile. Die Hagener Kette bietet überwiegend Drittmarken an. Damit könne das Angebot jederzeit dem wechselnden Käufergeschmack angepasst werden, sagte Geschäftsführer Oberheide. Im März will SinnLeffers auch in den Online-Handel einsteigen.

 

    Das Familienunternehmen Rudolf Wöhrl AG erzielte nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2010/11 mit 2.400 Mitarbeitern an 38 Standorten vor allem in Süd- und Ostdeutschland einen Umsatz von 346 Millionen Euro. SinnLeffers beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter in 22 Häusern. Der Jahresumsatz liegt nach Angaben des Sprechers bei gut 300 Millionen Euro./rs/hff/DP/jha

 

Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX freundlich -- Pleitegeier kreist über Athen - Akute Finanzprobleme -- Deutschland: Produktion legt zu -- SAP will mehr als 2000 Stellen streichen -- Commerzbank im Fokus

Hopp will Impfstoffhersteller Curevac nach Gates-Einstieg an Börse bringen. Athen zahlt offenbar fristgemäß Schuldenrate an IWF. Griechischer Zentralbankchef: Keine Gefahr für Geldeinlagen. Daimler verbucht auch im Februar kräftiges Absatzplus. Jungheinrich schließt 2014 mit Rekordergebnissen ab.

Themen in diesem Artikel

Raten Sie mal wer auf Platz 1 ist

Wer besitzt wieviel Vermögen?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Zertifikats? Welcher der fünf folgenden Risikoklassen (RK) würden Sie sich persönlich zuordnen?