17.11.2012 18:01
Bewerten
 (0)

Zwangsarbeit für West-Firmen - Jahn: Ikea Spitze des Eisbergs

    BERLIN (dpa-AFX) - Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat die Zwangsarbeit von politischen DDR-Häftlingen für die Möbelkette Ikea als Spitze des Eisbergs bewertet. Zahlreiche westliche Unternehmen hätten vom Handel mit DDR-Betrieben profitiert, sagte Jahn am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der frühere DDR-Oppositionelle forderte Transparenz: "Es gilt, die Verstrickung westlicher Unternehmen in den Produktionseinsatz politischer Häftlinge umfassend offenzulegen."

 

    Er bot dafür die Hilfe der Bundesbehörde an. Ikea hatte eingeräumt, spätestens seit Anfang der 80er Jahre vom Einsatz politischer Häftlinge für die Möbelproduktion der Firma gewusst zu haben. Nach einer am Freitag vorgestellten Studie hatte Ikea in den 80er Jahren mit mindestens neun Außenhandelsbetrieben Lieferverträge. Mindestens 66 Betriebe hatten einen direkten Bezug zu Ikea.

 

    Der Bundesbeauftragte lobte zwar, dass sich das Unternehmen der Aufarbeitung stelle. Ikea habe aber nur unzureichend beantwortet, warum es die Zusammenarbeit mit DDR-Betrieben nicht gestoppt habe, als es vom Einsatz politischer Häftlinge bei der Herstellung von Ikea-Produkten erfuhr, kritisierte Jahn. Der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte er: "Der Hinweis auf die vorherrschenden politischen Rahmenbedingungen ist nicht hilfreich, der Maßstab der Menschenrechte galt damals wie heute."

 

    Der Bundesbeauftragte forderte das Unternehmen nun auf, den vollständigen Bericht zu veröffentlichen. Der Hinweis auf den Datenschutz, mit der die Studie unter Verschluss gehalten werden soll, klinge wie eine Ausrede. "Es gibt gute Wege, Transparenz und Datenschutz gleichzeitig zu gewährleisten", sagte Jahn./ju/DP/zb

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt kaum bewegt -- Dow Jones kommt nicht vom Fleck -- Gold-Nostalgie setzt Europas Zentralbanken unter Druck -- Blackberry, E.ON, Allianz im Fokus

Eurokurs wieder im Rückwärtsgang. Indexfantasie bei Zalando. Vodafone prüft Zusammenschluss mit Liberty Global. Airbus reduziert Anteil an Dassault. Stada verkauft Lagerhaltung an DHL. 'Schwarze Null' steht - Bundestag stimmt Haushalt 2015 zu. TLG Immobilien lockt weiter mit Aussicht auf hohe Dividende. Lufthansa erhält Auftrieb durch billiges Öl und Analystenlob.

Themen in diesem Artikel

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Diese DAX-Aktien bringen die höchste Rendite

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

So viele Aktien gehören ausländischen Investoren

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

mehr Top Rankings

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?