21.06.2013 15:32
Bewerten
(0)

ROUNDUP2/Geldklemme in China zugespitzt: Bank of China dementiert Insolvenz

    PEKING (dpa-AFX) - Geldknappheit sorgt für Aufruhr am chinesischen Finanzmarkt. Nachdem massive Liquiditätsengpässe den Interbankenmarkt am Donnerstag hatten einfrieren lassen, gab es am Freitag nur leichtes Aufatmen für Chinas gestresste Großbanken. Die Raten für kurzfristige Kredite am Interbankenmarkt, die im Laufe der Woche auf Rekordhöhe geklettert waren, sanken zwar kräftig, lagen mit etwa 8,5 Prozent aber noch "beispiellos" hoch, wie Experten feststellten.

    Am Vortag hatte der täglich festgelegte Referenzsatz, zu dem sich die Banken über Nacht gegenseitig Geld leihen, sogar bei 13,4 Prozent gelegen. Das Geschäft am Interbankenmarkt war am Donnerstag praktisch "eingefroren". "Nach der Lehman-Pleite 2008 war in den USA so etwas ähnliches passiert", sagte Patrick Chovanec, der bislang als Professor an der renommierten Tsinghua-Universität in Peking gelehrt hatte und heute Chefökonom von Silvercrest Asset Management ist.

GERÜCHTE UM ZAHLUNGSUNFÄHIGKEIT

    Die große Staatsbank Bank of China musste Gerüchte dementieren, dass sie in Verzug geraten und zahlungsunfähig gewesen sei. Eine Wirtschaftszeitung hatte berichtet, der Kreditriese habe seine Zahlungen um eine halbe Stunde hinausschieben müssen, weil ihm das Geld ausgegangen sei. Verwirrung herrschte am Freitag über Gerüchte, die Zentralbank gebe doch wieder neue Kapitalspritzen. Ob die Währungshüter eingelenkt haben, blieb unklar.

    "Die Zentralbank ist nicht bereit, mehr Geld in den Markt zu pumpen", sagte auch Professor Huang Weiping von der Volksuniversität der Nachrichtenagentur dpa in Peking. "Sie gehen davon aus, dass das Geld nur in den Immobilienmarkt fließt. Außerdem ist die große Frage, ob die Wirtschaft überhaupt angekurbelt wird, wenn neues Geld fließt." Ein Anwachsen der Immobilienblase würde auch nur wieder die Preise steigen lassen.

KNAPPE LIQUIDITÄT

    "Alle Banken sagen jetzt, dass das Geld knapp ist", sagte Professor Huang Weiping. "Auch ist die Interbankenrate sehr hoch, so kann ein kleines Problem plötzlich eskalieren." Auch Ökonom Chovanec warnte, dass die Banken ihre Verpflichtungen nur noch schwer erfüllen könnten. "Der Gelddruck erzeugt die Spitzen in den Geldmarktsätzen", sagte Chovanec. "Es herrscht sehr knappe Liquidität."

    Chinas Notenbanker hatten schon vorher angekündigt, die Geldhäuser auf Entzug setzen zu wollen, um ihnen eine Lektion zu erteilen. Chinas Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre wurde maßgeblich durch üppige Geldversorgung befeuert. Nun könnte eine Lawine von Kreditausfällen losrollen. Deshalb grassierten am Markt zuletzt Gerüchte über drohende Banken-Pleiten und Panik griff um sich. Am Interbankenmarkt waren die Raten regelrecht explodiert./lw/DP/she

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow Jones am Ende nahezu unverändert -- Deutsche Bank verdient mehr -- Bayer hebt Prognose an -- BASF mit Gewinnsprung -- RWE, AIXTRON, Wirecard im Fokus

Renault verkauft deutlich mehr Autos im ersten Quartal. EZB bleibt in Deckung. Samsung holt sich Spitzenplatz bei Smartphones von Apple zurück. Tesla-Aktie mit Gegenwind: Analyst erwartet Kurshalbierung. Neue 5-Euro-Münze "Tropische Zone" seit heute auf dem Markt. Angeblicher Abgas-Schwindel - Umwelthilfe klagt gegen Daimler.

Top-Rankings

KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
EU-Vergleich der Arbeitskosten 2016
So viel kostet eine Stunde Arbeit in Europa
KW 16: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Munich Re SE (ex Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG)843002
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BASFBASF11
BayerBAY001
AURELIUSA0JK2A
AIXTRON SEA0WMPJ
Lufthansa AG823212
Allianz840400
Apple Inc.865985
BMW AG519000
Deutsche Telekom AG555750
Nordex AGA0D655