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14.01.2009 16:37

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ROUNDUP2: Post und Deutsche Bank schnüren Postbankdeal neu- Vorteile für beide

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        (neu: Kommentare von Post-Chef Frank Appel, Aktienkurse)

    FRANKFURT/BONN (dpa-AFX) - Deutsche Bank  und Deutsche Post haben sich angesichts der Finanzkrise auf neue Konditionen für den Verkauf der Post-Tochter Postbank  geeinigt. Die Deutsche Bank muss dadurch ihr Eigenkapital nicht mehr so stark belasten, die Post kommt "schneller und mit weniger Risiko aus dem Bankgeschäft", wie beide Konzerne am Mittwoch mitteilten. Zugleich wird indirekt auch der Staat, dem zum Teil die Deutsche Post gehört, an der größten deutschen Bank beteiligt.

    Die Finanzkrise hatte die Deutsche Bank 2008 tief in die roten Zahlen abstürzen lassen. Zudem waren alle Finanztitel in den vergangenen Monaten drastisch eingebrochen, so dass der Frankfurter DAX-Konzern für seine Postbank-Beteiligung deutlich mehr hätte zahlen müssen, als das Institut derzeit am Markt wert ist. Durch die neuen Bedingungen reduziere sich die Kapitalbelastung für die Deutsche Bank von ursprünglich 2,2 Milliarden auf 1,0 Milliarden Euro.

DREI SCHRITTE

    Nach der neuen Vereinbarung erhält die Deutsche Post für den Verkauf von zunächst 22,9 Prozent der Bonner Postbank rund acht Prozent der Deutschen Bank. In einem gleichzeitigen zweiten Schritt erhält die Deutsche Bank weitere 27,4 Prozent über eine Pflichtumtauschanleihe. Das heißt, sie zahlt dieses Paket direkt, erhält die Anteile aber erst nach Ablauf von drei Jahren, wenn die Anleihe in Postbank-Aktien getauscht wird.

    Für zusätzliche 12,1 Prozent, die die Post selbst erst Ende des vergangenen Jahres an der Postbank übernommen hatte, bestehe weiterhin eine Kaufoption für die Deutsche Bank. Der Barwert des gesamten Deals entspreche 4,9 Milliarden Euro. Von den 3,8 Milliarden Euro an liquiden Mitteln, die die Post für die ersten zwei Schritte unmittelbar erhält, seien 3,1 Milliarden Euro bereits am 2. Januar geflossen. Die beiden Konzerne gehen von einem Abschluss der Transaktion bis spätestens 27. Februar aus.

POSTBANK-AKTIE BRICHT EIN

    Die Postbank-Aktie stürzte nach Bekanntgabe der neuen Übernahmebedingungen auf ein neues Rekordtief von 11,61 Euro. Zuletzt erholte sich das Papier leicht und lag noch 16,03 Prozent im Minus bei 12,05 Euro. Hauptgrund für den Absturz sind die Bedingungen für die Pflichtumtauschanleihe: Der Markt hatte zuvor mit einer früheren Umwandlung bereits in diesem Jahr gerechnet. Das hätte ein baldiges Pflichtangebot an die freien Aktionäre zur Folge gehabt. Diese Fantasie sei jetzt raus, hieß es am Markt. Auch die Deutsche Bank verlor deutlich: Sie notierte 8,71 Prozent tiefer bei 22,16 Euro. Einzig die Post erholte sich leicht und verzeichnete zuletzt noch Verluste von 0,87 Prozent auf 9,65 Euro.

VORTEILE FÜR DIE POST

    Im September hatten sich die Deutsche Bank und die Post auf den Verkauf der Postbank geeinigt. Geplant war zunächst ein Teileinstieg zu Beginn dieses Jahres: Die Deutsche Bank wollte im ersten Quartal 2009 zunächst 29,75 Prozent der Postbank für 57,25 Euro je Aktie übernehmen - insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro. Zudem hatten die beiden Parteien mehrere Optionen für eine weitere Anteilsaufstockung der Deutschen Bank festgelegt. Der Gesamtwert der Transaktion lag damals etwas niedriger, allerdings hat die Post für ihre Anteilsaufstockung an ihrer Banktochter mittlerweile eine Milliarde Euro zahlen müssen.

    Für die Deutsche Post bedeutet die neue Vereinbarung mit der Deutschen Bank eine schnellere Trennung von ihrer Tochter Postbank. Sie sei für die Post auch mit weniger Risiko verbunden, erklärte Post-Finanzchef John Allan in Bonn. Beide Seiten profitierten von den neuen Bedingungen noch stärker. "Die neue Struktur erlaubt es uns, schneller und mit weniger Risiko aus dem Bankgeschäft auszusteigen. So können wir mehr Ressourcen freisetzen, um uns auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren. Gleichzeitig schafft die neue Struktur die Basis für eine klare Eigentümerstruktur bei der Postbank." Auch Post-Chef Frank Appel sieht in der Neuregelung des Postbank-Verkaufs Vorteile für seinen Konzern. Der Barwert der Transaktion liege mit 4,9 Milliarden Euro etwa 100 Millionen Euro höher als im Herbst veranschlagt.

    Was die Post mit dem Erlös aus dem Postbank-Verkauf tun werde sei noch nicht entschieden, sagte Appel. Zu der Idee, das Geld in Form einer Sonderausschüttung den Aktionären zukommen zu lassen, wollte er sich nicht äußern. Hinsichtlich der regulären Dividende zeigte er sich aber zuversichtlich. "Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht für 2008 wieder eine Dividende zahlen sollten wie ein Jahr zuvor."

APPEL: 'KEINE TEILVERSTAATLICHUNG'

   Der vorübergehende Einstieg der Deutschen Post bei der Deutschen Bank mit acht Prozent der Anteile bedeutet nach den Worten von Post-Chef Frank Appel keine "Teilverstaatlichung" des Geldhauses. "Wir beabsichtigen nicht, längerfristig Teilaktionär der Deutschen Bank zu bleiben", erklärte Appel am Mittwoch in Bonn. Von einer "Teilverstaatlichung" könne daher keine Rede sein. Bei den Nachverhandlungen habe es auch "keinerlei politische Einflussnahme" gegeben. Der Bund ist über die staatliche Förderbank KfW noch mit rund 30 Prozent an der Post beteiligt./fn/jb/sb/wiz

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