FRANKFURT (dpa-AFX) - RWE-Chef Jürgen Großmann sieht Chancen, dass sein Konzern die Preise bei Strom und Gas zeitweise wieder senken kann. "Wir werden Phasen bekommen, in denen der Gas- und der Strompreis sinken kann und auch wird", sagte der Vorstandschef in einem Interview der "Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe). Mit dauerhafter Entlastung könnten die Verbraucher aber nicht rechnen. Langfristig würden die Preise weiter nach oben gehen. "In Kurven natürlich, auf und ab", sagte er.
Großmann räumte ein, dass RWE hohe Profite macht. "Wir klagen nicht auf Armenrecht, das stimmt. Uns geht es gut", sagte er. Der Grund sei, dass der Konzern Strom günstig mit einem alten Kraftwerkspark produziere. "Wir hatten in Deutschland bei den Großinvestitionen zu lange Stillstand, das muss sich ändern. RWE jedenfalls will massiv investieren."
Einen Sozialtarif, wie SPD und Linke ihn fordern, lehnt der RWE-Chef ab: "So sehr ich sozial Schwache unterstützen will: Ich bin dagegen." Leistung solle zu ihrem Marktpreis verkauft werden, "egal, ob bei Brötchen, Bratwürsten oder Strom". Der Staat könne durchaus für Umverteilung oder für die Hilfe für Bedürftige sorgen. "Aber dafür gibt es das Steuersystem oder Instrumente wie das Wohngeld. Das sollte man nicht den Unternehmen übertragen", sagte Großmann./pi/DP/fat