FRANKFURT (Dow Jones)--Der Energiekonzern RWE erwägt einen Einstieg in die Solarstrom-Produktion. Bislang hatte der Essener Konzern bei den Erneuerbaren Energien vor allem auf Windkraft gesetzt. Die zuletzt deutlich gesunkenen Preise für Photovoltaik-Solaranlagen hat jedoch die Wirtschaftlichkeit der noch recht jungen Technologie gesteigert und macht das Investment attraktiv.
"Die Kosten für photovoltaische Solarenergie sind deutlich gesunken und bewegen sich langsam in Richtung jener für Windkraft", sagte der Finanzvorstand der für Erneuerbare Energien zuständigen RWE-Tochter Innogy, Hans Bünting, in Essen. Unter Photovoltaik wird die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen verstanden.
Mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien will die RWE AG ihre Umweltbilanz aufbessern - der Konzern ist Europas größter Emittent von Kohlendioxid. Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 hat die Sparte Innogy darum rund 1 Milliarde Euro pro Jahr in das Geschäft investiert und will diese Ausgaben um weitere 300 Millionen aufstocken.
Bis 2014 soll die Produktionskapazität für Ökostrom 4.500 Megawatt erreichen, allein in diesem Jahr sollen neue Anlagen mit einer Kapazität von 200 Megawatt in Betrieb genommen werden. Die größten Projekte seien aber noch im Bau und dürften nicht vor 2013 ans Netz gehen, so Bünting.
Die Preise für Photovoltaik-Anlagenbauteile haben sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als halbiert, 2009 hat sich der Preisverfall gar noch beschleunigt, wie aus Daten des Solarenergieverbandes BSW hervorgeht. Laut Branchenbeobachtern ist die Entwicklung auf die harte Konkurrenz von Herstellern aus Asien zurückzuführen, die ihre Produkte nach Europe exportieren.
"Einen solchen Preisrückgang hatten wir nicht erwartet", sagte Bünting. Die Photovoltaik könne für RWE in Südeuropa und Nordafrika eine attraktive Investition werden, fügte er hinzu.
Deshalb erwäge der Energiekonzern, sich an einem Photovoltaik-Projekt im Rahmen der Wüstenstrominitiative Desertec in der Wüste Sahara zu beteiligen. Das Großprojekt Desertec hat das Ziel, bis 2050 rund 15% des europäischen Strombedarfs mit Sonnen- und Windenergie zu decken.
Bislang hat sich RWE Innogy hauptsächlich auf Windkraft konzentriert, ist aber auch an einer thermischen Solarstromanlage in Südspanien beteiligt. Thermische Solaranlagen machen die Wärme aus der Sonneinstrahlung nutzbar, indem sie mit Kollektoren eingefangen und durch die Erhitzung Dampf erzeugt wird.
-Von Jan Hromadko, Dow Jones Newswires;
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January 10, 2012 12:39 ET (17:39 GMT)
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