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19.07.2012 14:29

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Russischer Oligarch erhebt schwere Vorwürfe gegen RWE

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Der russische Oligarch Leonid Lebedev erhebt schwere Vorwürfe gegen den Energieversorger RWE und dessen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Großmann.

Es geht um den gescheiterten gemeinsamen Kauf eines russischen Stromversorgers im Jahr 2008 der Essener und des Mischkonzerns Sintez, dessen Eigentümer Lebedev ist. Dieser wirft RWE und dessen damaligem Chef vor, das Geschäft entgegen anders lautender Vereinbarungen platzen gelassen zu haben. "Herr Großmann hat uns von Anfang an nicht die Wahrheit über seine und die Pläne der RWE gesagt", klagt Lebedev im "Manager Magazin" (Erscheinungstermin Freitag, 20.7.). "Wir sind getäuscht worden, deshalb verlangen wir Schadensersatz."

    Im Mai hatte der Russe eine Klage beim Landgericht Essen eingereicht. Er fordert 675 Millionen Euro Schadenersatz. Sintez und RWE wollten im Frühjahr 2008 gemeinsam den russischen Stromversorger TGK-2 übernehmen. Die Essener planten im Zuge der Liberalisierung der russischen Stromwirtschaft in den Markt einsteigen und brauchten für den Kauf einen russischen Partner. Es gab laut Sintez bindende Vereinbarungen, auf deren Basis das Unternehmen hohe Kredite aufgenommen habe. Dann sprang RWE aber ab. "Wir haben uns im September 2008 aus dem Projekt zurückgezogen, aus mehreren Gründen, unter anderem wegen der Unsicherheit an den Aktienmärkten", sagt eine RWE-Sprecherin auf Anfrage. Es gibt aber auch Gerüchte, Sintez habe unerfüllbare Bedingungen gestellt.

   Lebedev klagte nicht nur in Essen. Auch vor einem Schiedsgericht in London forderte der Russe im vergangenen Jahr schon 1,4 Milliarden Euro Schadenersatz, jedoch ohne Erfolg. Lebedev moniert auch die Umstände, unter denen der Deal abgesagt wurde. "Großmann hat mich und mein Unternehmen von Anfang an nicht als gleichwertigen Partner betrachtet", sagte der Unternehmer laut dem Magazin. "Besonders demütigend" sei die Art und Weise gewesen, in der Großmann die Zusammenarbeit beendet habe. "Er hat mir in einem Telefonat, bei dem meine wichtigsten Mitarbeiter dabei waren, zuerst zum Abschluss der Verhandlungen gratuliert und dann hinzugefügt, dass RWE kein Interesse mehr an dem Deal habe", sagte Lebedev dem Blatt. Auf seine Frage, ob Großmann klar sei, was das für Sintez bedeute, habe der nur lakonisch gesagt, "das sei nicht sein Problem".

   Sintez hatte TGK-2 schließlich im Alleingang übernommen und nahm dafür nach Angaben des "Manager Magazins" umgerechnet 400 Millionen Euro Kredit zu einem Zinssatz von 12,64 Prozent aufnehmen. "Darunter leidet Sintez noch heute", sagt Lebedev. Er habe in das Geschäft nur als Juniorpartner einsteigen wollen. Jetzt wolle er "beweisen, dass unser Vertrauen missbraucht worden ist."/nmu/she/stb

HAMBURG (dpa-AFX)

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