02.02.2013 18:16
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RWE drückt auf Kostenbremse - Zeitung

   Deutschlands zweitgrößter Stromversorger will noch kräftiger auf die Kostenbremse drücken. Der Essener Energieversorger RWE denkt laut Finanzchef Bernhard Günther über tiefergehende Einschnitte bei den geplanten Investitionen der beiden kommenden Jahre nach. RWE steht dabei nicht allein auf weiter Flur: vor wenigen Tagen kündigte auch Deutschlands Branchenprimus E.ON an, sich angesichts des schwierigen Marktumfelds bei künftigen Investitionen auf Wachstumsfelder zu konzentrieren.

   Jetzt drückt auch Mitbewerber RWE stärker auf die Kostenbremse. In einem Interview mit der Börsen-Zeitung kündigte der seit Jahresbeginn amtierende Finanzvorstand Bernhard Günther an, die geplanten Investitionen noch unter das zuletzt genannte Ziel von vier bis fünf Milliarden Euro pro Jahr drücken zu wollen.

   Wir benötigen jedes Jahr 2 bis 2,5 Milliarden Euro für den laufenden Betrieb, also Instandhaltungsinvestitionen in Tagebau, Kraftwerke und Netze. Alles, was darüber hinausgeht, sind disponible Investitionsprojekte und die sind grundsätzlich immer zu hinterfragen", so der Finanzvorstand gegenüber der Zeitung.

   Ein Blick auf die Vergangenheit verdeutlicht die Größenordnung der geplanten Einschnitte. In früheren Jahren investierte RWE rund 6 Milliarden Euro jährlich. Nach der zuletzt im November gegebenen Langfristplanung sollen es künftig eher 4 bis 5 Milliarden Euro sein, nun droht offenbar eine weitere drastische Kürzungsrunde bei den Investitionen.

   Die Investitionen für das laufende Jahr sind dabei bereits weitgehend fix, so Günther. Aber für die Jahre 2014 und in höherem Maße auch 2015 sind die Ausgaben, die über den 2,5 Mrd Euro Sockelbetrag hinausgehen, noch disponibel. Wir denken über weitere Einschnitte bei den Investitionen nach und schauen uns die bisherigen Planungen noch einmal ganz genau an." Details nannte er keine.

   Die gesamte Branche leidet unter einer paradoxen Situation. Während Verbraucher wegen der Umlagen für Erneuerbare Energien immer mehr für die Kilowattstunde Strom berappen müssen, sinken die Großhandelspreise wegen der sinkenden Nachfrage vor allem in Südeuropa. Branchenprimus E.ON warnte daher diese Woche bereits vor einem niedrigeren Konzerngewinn im laufenden Jahr und stellte Investitionen auf den Prüfstand.

   Während Energieversorger in ganz Europa mit der niedrigeren Nachfrage vor allem in den konjunkturell schwächelnden Ländern im Süden Europas zu kämpfen haben, belasten die deutschen Konzerne auch die Folgen der Energiewende in Deutschland. Ihre nur bei Dauerbetrieb rentablen Gas- und Kohlekraftwerke sind wegen des Überangebots und der bevorzugten Einspeisung von regenerativer Energie immer unregelmäßiger am Netz.

   Ihre Aktionäre wollen beide Konzerne dennoch weiterhin glücklich machen. Nachdem E.ON bereits angekündigt hat, künftig 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen Gewinns an die Aktionäre zu verteilen und für 2012 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie zu zahlen, verspricht auch RWE-Finanzchef Günther eine stabile Dividende: Erst wenn über die Kosten- und Investitionskürzungen nichts mehr zu holen sei, könne auch eine niedrigere Dividende ein Thema werden.

   Kontakt zum Autor: Klaus.Brune@dowjones.com

   DJG/KGB

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   February 02, 2013 08:49 ET (13:49 GMT)

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