ESSEN (dpa-AFX) - Der Essener Energieversorger
RWE investiert trotz seines Schuldenberges von zuletzt über 34 Milliarden Euro weiter hohe Summen in den Netzausbau. Jährlich flössen rund zwei Milliarden Euro in die Erweiterung und Modernisierung des RWE-Verteilnetzes, sagte der Chef der RWE Deutschland AG, Arndt Neuhaus, am Mittwochabend in Essen. Das RWE-Verteilnetz umfasst rund 348.000 Kilometer vor allem in ländlichen Regionen in NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Wegen der Energiewende mit dem Ausbau dezentraler Photovoltaik und Windanlagen müssen die Netze zweiseitig nutzbar gemacht werden, also nicht nur Energie liefern, sondern auch abholen.
Die Ausbauprojekte seien zwar teuer, aber brächten Deutschland auf Dauer das modernste Infrastrukturnetz Europas, sagte Neuhaus. Da Leerrohre immer mitverlegt würden, biete das die Chance zu einer umfassenden Breitbandverkabelung der ländlichen Region. Der Mobilfunkstandard LTE werde mit immer weiter steigenden Datenmengen auf Dauer nicht ausreichen. Außerdem bringe der Netzausbau ein erstklassiges Konjunkturprogramm für die regionale Wirtschaft, sagte Neuhaus. Der RWE-Deutschlandchef rechnet noch für zehn bis 15 Jahre mit hohem Aufwand für die Energiewende. "Das erste Viertel hat fünf Jahre gedauert. Das Tempo wird sich nicht beschleunigen", sagte er./rs/DP/zb