12.12.2012 16:38
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Ermittlungen auch gegen Deutsche Bank-Chef Fitschen

Razzia bei Deutscher Bank

Die Ermittlungen zum Umsatzsteuerbetrug bei der Deutschen Bank richten sich auch gegen Konzernchef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause.

Die beiden Manager hätten die fragliche Umsatzsteuererklärung der Bank aus dem Jahr 2009 unterzeichnet, teilte das Geldhaus am Mittwoch in Frankfurt mit. Zuvor war bekannt gegeben worden, dass gegen fünf Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen des Verdachts auf Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung Haftbefehl erlassen wurden. Das teilte die hessische Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Rund 500 Beamte von Bundeskriminalamt, Steuerfahndung und Bundespolizei durchsuchten am Morgen Geschäftsräume der Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt und zahlreiche weitere Wohnungen und Geschäftsräume, unter anderem in Berlin und Düsseldorf. Bei den Ermittlungen geht es um Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Emissionsrechten.

    Deshalb hatte es bereits im Frühjahr 2010 Durchsuchungen bei der Deutschen Bank gegeben. Gegen insgesamt 25 Mitarbeiter der Bank werde wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchten Strafvereitelung ermittelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Es bestehe der Verdacht, dass den Ermittlungsbehörden von Mitarbeitern der Bank Beweismittel vorenthalten wurden. Die Deutsche Bank versicherte, sie werde weiter umfassend mit den Behörden kooperieren.

   Im Dezember 2011 hatte das Landgericht Frankfurt sechs Männer zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten weitgehend gestanden, über einen Handel mit Luftverschmutzungsrechten über europäische Grenzen hinweg mindestens 230 Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen zu haben. Da die Geschäfte über die Deutsche Bank abgewickelt wurden, musste sie sich in dem Prozess vorhalten lassen, den grenzüberschreitenden CO2-Zertifikatehandel erst so richtig in Schwung gebracht zu haben.

    In Gang gekommen waren die Ermittlungen einst bei einer Razzia gegen mutmaßliche Umsatzsteuerbetrüger in mehreren europäischen Ländern im April 2010. Dabei waren auch schon Angestellte der Deutschen Bank in Verdacht geraten, Umsatzsteuerbetrug mit den Luftverschmutzungsrechten begangen zu haben. Die Händler sollen mit einer internationalen Bande kooperiert haben, die den deutschen Fiskus beim Handel mit den CO2-Zertifikaten um Hunderte Millionen Euro geschädigt hat. Über Umsatzsteuerkarusselle kassierten zahlreiche Firmen zu Unrecht Steuererstattungen.

/ben/ceb/DP/sf     FRANKFURT (dpa-AFX)

Die größten Börsen- und Finanzskandale:

 

Platz 12: Charles Ponzi

Das Ranking eröffnet Charles Ponzi, der als einer der Begründer des Schneeball-Systems gilt und damit zu Beginn des 20. Jahrhunderts rund 40.000 Kunden um insgesamt 4,3 Millionen Dollar betrog. Er versprach seinen Kunden dabei mit dem Handel von internationalen Antwortscheinen einen Gewinn von 400% zu erzielen. Im englischen Sprachraum werden Schneeballsysteme heute immer noch als "Ponzi scheme" bezeichnet.

Bildquellen: Deutsche Bank AG

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