FRANKFURT (Dow Jones)--Das Restrukturierungsprogramm der E.ON AG, das mit einer massiven Stellenabbau einhergeht, könnte teuer für den Energieversorger werden. Die Restrukturierung könne mehr als 1 Milliarde Euro kosten, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen zu Dow Jones Newswires. Die Kosten von "E.ON 2.0" beliefen sich auf 75 bis 150 Prozent der angepeilten Einsparungen, so eine der Personen.
Über die Kosten des Programms hatte E.ON bislang noch keine Angaben gemacht. Ziel ist es aber, die kontrollierbaren Kosten bis 2015 um rund 1,5 Milliarden Euro zu senken. Aufgrund von Inflationseffekten könnte E.ON dieses Ziel aber noch auf bis zu 2 Milliarden Euro nach oben schrauben, sagte eine der informierten Personen.
Am Dienstagabend hatte sich der Konzern mit den Gewerkschaften ver.di und IGBCE auf einen Tarifvertrag geeinigt, in dem Instrumente und soziale Rahmenbedingungen für den notwendigen Personalabbau bei E.ON verbindlich festgelegt werden. Weltweit ist im Rahmen des Restrukturierungsprogramms ein Abbau von rund 11.000 Stellen vorgesehen, davon rund 6.000 in Deutschland. Insgesamt beschäftigt E.ON rund 80.000 Mitarbeiter.
E.ON sah sich wie die Konkurrenz auch zu dem drastischen Schritt genötigt, nachdem die Politik den deutschen Atomausstieg beschleunigt hatte. Dieser hat das ohnehin schon schwierige Marktumfeld der Versorger weiter eingetrübt, hatten sie bislang doch schon mit niedrigen Erdgaspreisen zu kämpfen.
Die Pläne von E.ON hatten zunächst für böses Blut zwischen dem Konzern und seinen Mitarbeitern gesorgt. Die Gewerkschaften drohten mit Streik, falls E.ON nicht von dem angepeilten Stellenabbau absehen sollte.
Die Einigung vom Dienstag sei die Basis für eine neue Kooperation zwischen dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern, sagte E.ON-Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer. Offiziell hätten jedoch weder Gewerkschaften noch Betriebsrat den Abbau von 11.000 Stellen akzeptiert. "Wir legen uns nicht auf konkrete Zahlen fest", so Prüfer. Das Ziel sei weiterhin, den Verlust von Arbeitsplätzen so gering wie möglich zu halten.
-Von Jan Hromadko, Dow Jones Newswires;
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January 25, 2012 06:40 ET (11:40 GMT)
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