Gilead Sciences, Inc. (NASDAQ: GILD) hat heute die Präsentation der
Resultate aus Phase III der klinischen Studie DAR-311 (DORADO)
angekündigt, in welcher der einmal täglich eingenommene
Endothelin-Rezeptor-Antagonist (ERA) Darusentan zur oralen
Zusatzbehandlung bei resistenter Hypertonie untersucht wird. Resistente
Hypertonie wird definiert als Nichterreichen des therapeutischen Ziels
bei Patienten mit Bluthochdruck, die eine angemessene Therapie mit drei
Arzneimitteln in voller Dosierung unter Einschluss eines Diuretikums
erhalten. Die Daten werden heute im Rahmen einer Late-Breaker-Sitzung
auf der 24. jährlichen wissenschaftlichen Konferenz und Ausstellung (Twenty-Fourth
Annual Scientific Meeting and Exposition; ASH 2009) der American
Society of Hypertension, Inc. (ASH) in San Francisco mündlich
vorgestellt (Präsentation #LB-OR-06).
DORADO (DAR-311) ist eine internationale randomisierte und
placebokontrollierte Doppelblindstudie in Phase III mit parallel
geführten Behandlungsgruppen, bei der 379 Patienten einmal täglich bis
zu 14 Wochen lang als Zusatzbehandlung zu Therapien mit bestehenden
Antihypertonika eine Dosis von 50 mg (n = 81), 100 mg (n = 81), 300 mg
(n = 85) Darusentan oder ein Placebo (n = 132) erhielten. Die beiden
primären Wirksamkeitsendpunkte waren eine Veränderung des tiefsten
systolischen Blutdrucks (Systolic Blood Pressure; SBP) und des
tiefsten diastolischen Blutdrucks (Systolic Blood Pressure; DBP)
innerhalb von 14 Wochen nach Versuchsbeginn. Zu den sekundären
Endpunkten gehörten eine Veränderung ab Versuchsbeginn bei den
Mittelwerten von SBP und DBP über 24 Stunden sowie das Erreichen des
SBP-Behandlungsziels bei einem Anteil an Patienten. Gilead gab die
wichtigsten Studienergebnisse im April bekannt.
"Aufgrund des erhöhten Risikos einer Reihe von lebensbedrohlichen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang mit dem Nichterreichen eines
stabilen Blutdrucks, wozu auch Schlaganfälle und Herzinfarkte zu zählen
sind, ist die Untersuchung neuer therapeutischer Ansätze zur Behandlung
von resistenter Hypertonie von äußerster Wichtigkeit", sagte Dr. med.
Michael A. Weber, Leitautor der Studie und Medizinprofessor am SUNY
Downstate Medical College of Medicine in Brooklyn, New York. "Diese
Daten sind wichtig, denn sie weisen einen bedeutsamen Rückgang des
Blutdrucks bei sehr behandlungsresistenten Patientengruppen nach, wenn
Darusentan zusätzlich zu bestehenden Behandlungen mit Antihypertonika
verabreicht wurde."
Ergebnisse der DAR-311-Studie
Die demografischen und klinischen Eigenschaften der Behandlungsgruppen
zu Versuchsbeginn waren vergleichbar. Das Durchschnittsalter der
Patienten betrug 62 Jahre, und 39 Prozent der Patienten waren älter als
65 Jahre. Der Body-Mass-Index (BMI) betrug im Durchschnitt 32 kg/m2,
was auf Adipositas schließen lässt. 40 Prozent der Patienten waren
Diabetiker, und 25 Prozent der Patienten hatten chronische
Niereninsuffizienz.
Im Rahmen der DAR-311-Studie wurde beobachtet, dass sich der tiefste SBP
bei Patientengruppen, die 50 mg, 100 mg und 300 mg Darusentan bzw. ein
Placebo erhielten, innerhalb von 14 Wochen nach Versuchsbeginn im
Mittelwert um 16,5 mmHg, 18,1 mmHg, 18,1 mmHg bzw. 8,6 mmHg senkte. Der
tiefste DBP senkte sich bei Patientengruppen, die 50 mg, 100 mg und
300 mg Darusentan bzw. das Placebo erhielten, innerhalb von 14 Wochen
nach Versuchsbeginn im Mittelwert um 10,1 mmHg, 9,9 mmHg, 10,7 mmHg bzw.
5,3 mmHg (p < 0,001 für den Vergleich aller Darusentan-Gruppen gegenüber
der Placebo-Gruppe).
Ambulante Blutdruckmessungen nach 14 Wochen zeigten einen hoch
signifikanten (p < 0,001) Rückgang der SBP- und DBP-Werte über
24 Stunden bei Darusentan-Patienten gegenüber dem Versuchsbeginn. Bei
den SBP-Mittelwerten über 24 Stunden wurden bei den Patientengruppen,
die 50 mg, 100 mg und 300 mg Darusentan bzw. das Placebo erhielten,
Rückgänge von 9,0 mmHg, 9,8 mmHg, 9,5 mmHg bzw. 1,1 mmHg beobachtet. Bei
den DBP-Mittelwerten über 24 Stunden wurden bei den Patientengruppen,
die 50 mg, 100 mg und 300 mg Darusentan bzw. das Placebo erhielten,
Rückgänge von 7,8 mmHg, 7,7 mmHg, 7,4 mmHg bzw. 0,7 mmHg beobachtet.
Rückgänge beim ambulant gemessenen SBP wurden über die gesamte
24-stündige Überwachungsperiode festgestellt, ohne dass wesentliche
Veränderungen in der Herzfrequenz zu verzeichnen waren.
Richtlinien gemäß wird bei Hypertonie-Patienten ohne anderweitige
schwerwiegende Krankheiten ein SBP von weniger als 140 mmHg empfohlen.
Bei Patienten mit Diabetes und chronischer Niereninsuffizienz liegt der
angestrebte SBP mit weniger als 130 mmHg tiefer. In der DAR-311-Studie
erreichten mehr als die Hälfte der Patienten, die mit Darusentan
behandelt wurden, den angestrebten Blutdruck, verglichen mit etwa einem
Viertel der Placebo-Patienten (53,1 Prozent, 53,1 Prozent, 48,2 Prozent
bzw. 27,3 Prozent der Patientengruppen, die 50 mg, 100 mg und 300 mg
Darusentan bzw. das Placebo erhielten; p < 0,001 für den Vergleich aller
Darusentan-Gruppen gegenüber der Placebo-Gruppe).
Die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen waren periphere Ödeme/Ödeme,
Flüssigkeitsretention, Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Periphere
Ödeme/Ödeme wurden bei 20 Prozent, 24 Prozent, 15 Prozent bzw.
10 Prozent aller Patienten beobachtet, die 50 mg, 100 mg und 300 mg
Darusentan bzw. das Placebo erhielten. Flüssigkeitsretention wurde bei
5 Prozent, 11 Prozent, 11 Prozent bzw. 5 Prozent aller Patienten
beobachtet, die 50 mg, 100 mg und 300 mg Darusentan bzw. das Placebo
erhielten.
Die Testergebnisse zur Leberfunktion waren bei allen Behandlungsgruppen
vergleichbar. Konzentrationen des Leberenzyms Aminotransferase, die über
dreimal höher als die Obergrenze des Normalbereichs waren, wurden bei
drei Patienten beobachtet: je bei einem in den Gruppen mit Placebo,
100 mg und 300 mg Darusentan. Zu verzeichnen waren leichte Rückgänge bei
den durchschnittlichen Hämoglobinwerten (0,9 g/dl, 0,9 g/dl, 1,1 g/dl
bzw. 0,2 g/dl bei Gruppen mit 50 mg, 100 mg und 300 mg Darusentan bzw.
Placebo) und der durchschnittlichen gesamten Proteinkonzentration
(0,2 g/dl bei allen Darusentan-Gruppen und 0,1 g/dl bei der
Placebo-Gruppe). Die Anzahl an Leukozyten und Thrombozyten blieb
unverändert.
Bei einem Patienten, der Placebo erhielt, trat im Zusammenhang mit einer
Herzkrankheit der Tod ein. Herz-Kreislauf-Ereignisse wurden bei fünf
Patienten, die Darusentan erhielten, beobachtet: Zwei erlitten einen
Herzinfarkt (beide mit einer Geschichte vorausgehender koronarer
Herzerkrankungen), bei einem wurde das Wiederauftreten einer
Herzinsuffizienz festgestellt, die bereits zu Versuchsbeginn präsent
war, und bei zweien wurde eine Herzinsuffizienz mit verminderter
Ejektionsfraktion (gemessenes Herzschlagvolumen von 0,58 bzw. 0,65)
festgestellt, die jedoch rasch auf eine diuretische Behandlung ansprach.
Darusentan ist ein Prüfpräparat und wurde noch nicht für sicher oder
wirksam in Bezug auf die Anwendung am Menschen befunden.
Über Phase III des DORADO-Programms
DAR-311 ist eine von zwei laufenden klinischen Studien in Phase III zur
Untersuchung der Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit von
Darusentan als Zusatzbehandlung bei resistenter Hypertonie. Für die
zweite Studie, DAR-312 (DORADO-AC), sind genügend Patienten aufgenommen
worden, und die Ergebnisse der abgeschlossenen Studie werden Ende 2009
erwartet.
DAR-312 ist eine internationale randomisierte, placebo- und aktiv
kontrollierte Doppelblindstudie in Phase III mit parallel geführten
Behandlungsgruppen, bei der etwa 770 Patienten Darusentan (titriert auf
die optimale einmalige Tagesdosis von 50, 100 oder 300 mg), einen
aktiven Komparator (1 mg Guanfacin täglich) oder ein Placebo erhalten.
Die beiden primären Endpunkte der Studie sind die Veränderungen bei den
Sphygmomanometrie-Messungen des tiefsten SBP und des tiefsten DBP
innerhalb von 14 Wochen.
Bei beiden Studien können sich Patienten, welche die 14-wöchige
Behandlung abgeschlossen haben, für Untersuchungen zur langfristigen
Sicherheit einschreiben (DAR-311E und DAR-312E).
Über Darusentan
Darusentan ist ein einmal täglich eingenommener
Endothelin-Rezeptor-Antagonist (ERA) der Propansäure-Gruppe, der in
klinischen Studien zur oralen Zusatzbehandlung von Patienten mit
resistenter Hypertonie untersucht wird. Darusentan blockiert selektiv
Endothelin-A-Rezeptoren (ETA), die bei einer Aktivierung
durch Endothelin-1 (ET-1) zu Vasokonstriktionen (Verengungen der
Blutgefäße) und Zellproliferation führen. Erhöhte Konzentrationen von
ET-1 wurden im Blut von einigen Hypertonie-Patienten festgestellt, so
auch bei mehreren Untergruppen von hypertensiven Patienten, die in der
Vergangenheit auf Behandlungsversuche schlecht reagiert haben.
Über resistente Hypertonie
Resistente Hypertonie wird definiert als Nichterreichen des
therapeutischen Ziels bei Blutdruckpatienten, die eine angemessene
Therapie mit drei Arzneimitteln in voller Dosierung unter Einschluss
eines Diuretikums erhalten. Gemäß dem Bericht des JNC7, des siebten
US-amerikanischen Komitees zur Prävention, Erkennung, Auswertung und
Behandlung von Hypertonie (Seventh Joint National Committee on the
Prevention, Detection, Evaluation, and Treatment of High Blood Pressure;
JNC 7), wird bei Hypertonie-Patienten ohne anderweitige
gesundheitliche Störungen ein SBP von weniger als 140 mmHg und ein DBP
von weniger als 90 mmHg empfohlen. Bei Patienten mit Diabetes und
chronischer Niereninsuffizienz liegen die angestrebten systolischen und
diastolischen Blutdruckwerte tiefer – und zwar bei weniger als 130 mmHg
für den SBP und weniger als 80 mmHg für den DBP.
Rund eine Milliarde Menschen sind weltweit von Hypertonie betroffen.
Während die genaue Zahl der Patienten, die als therapieresistent
eingestuft werden, unbekannt ist, gehen Schätzungen in den Vereinigten
Staaten von einer Prävalenz von zwei bis fünf Prozent der vom Hausarzt
behandelten Hypertonie-Patienten aus, wobei der Anteil bei Überweisungen
in Spezialkliniken wesentlich höher sein dürfte. Das Nichterreichen
eines kontrollierten Blutdrucks erhöht das Risiko eines Schlaganfalls,
einer Herzkranzgefäßerkrankung, eines Herzinfarkts, eines Herzversagens,
einer Nierenerkrankung und der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit. Gegenwärtig
gibt es keine akzeptierte Behandlungsnorm für Patienten mit resistenter
Hypertonie.
Über Gilead Sciences
Gilead Sciences ist ein Biopharma-Unternehmen, das innovative
Arzneimittel für Bereiche ungedeckten medizinischen Bedarfs erforscht,
entwickelt und vermarktet. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe
gemacht, die Versorgung lebensbedrohlich erkrankter Patienten weltweit
voranzutreiben. Gilead hat seinen Hauptsitz in Foster City, Kalifornien
und verfügt über weitere Niederlassungen in Nordamerika, Europa und
Australien.
Diese Pressemitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen im Sinne des
Private Securities Litigation Reform Act von 1995, die gewissen Risiken,
Unsicherheiten und anderen Faktoren unterliegen. Dazu gehört das Risiko,
dass die aus der klinischen DAR-311-Studie (DORADO) gewonnenen Daten zur
Sicherheit und Wirksamkeit in anderen klinischen Studien nicht bestätigt
werden. Außerdem können Rückmeldungen von Kontrollbehörden oder
Ergebnisse aus klinischen Studien zu Verzögerungen führen oder
zusätzliche Studien nach sich ziehen. Als Folge davon können wir die
Entwicklung von Darusentan zur Behandlung von resistenter Hypertonie
unter Umständen abbrechen. Diese Risiken, Unsicherheiten und anderen
Faktoren können dazu führen, dass tatsächliche Ergebnisse erheblich von
den hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Die Leser
werden darauf hingewiesen, sich nicht auf solche zukunftsgerichteten
Aussagen zu verlassen. Einzelheiten zu diesen und anderen Risiken können
im Jahresbericht des am 31. Dezember 2008 zu Ende gegangenen
Geschäftsjahres von Gilead auf Formblatt 10-K sowie im Quartalsbericht
zum ersten Quartal 2009 auf Formblatt 10-Q nachgelesen werden, welche
das Unternehmen bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht hat.
Alle zukunftsgerichteten Aussagen beruhen auf Informationen, die Gilead
gegenwärtig vorliegen, und Gilead verpflichtet sich in keiner Weise
dazu, solche zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.
Weitere Informationen über Gilead erhalten Sie telefonisch von der
Abteilung Public Affairs des Unternehmens unter
1-800-GILEAD-5 (1-800-445-3235) oder auf unserer Website unter www.gilead.com.
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