Rettungspaket scheitert -- Wall Street bricht ein -- DAX knapp über 5.800 -- Staatsgarantien für HRE nach Notkredit -- B&B verstaatlicht -- Regierungen retten Fortis -- Citigroup kauft Wachovia
- Deutschland: Erzeugerpreise für Dienstleistungen 2. Quartal
- USA: Persönliche Einkommen und Auslagen August
- Cicuit Stores: Quartalszahlen
- FedEx: Quartalszahlen
- Walgreen: Quartalszahlen
Bankenkrise sorgt für Kursrutsch in Deutschland
Die deutschen Indizes sind trotz einer grundsätzlichen Einigung in den USA schwach in die neue Woche gestartet und haben einen massiven Kursrutsch aufs Parkett gelegt. Obwohl das Notpaket für US-Institute wahrscheinlich im Kongress abgesegnet wird, gerieten am Wochenende eine Reihe europäischer Banken unter Druck. Der belgische Finanzdienstleister Fortis konnte nur durch Regierungshilfe vor dem Notverkauf gerettet werden, der britische Konzern Bradford & Bingley wurde unter staatliche Kontrolle gestellt und teilweise an eine spanische Bank verkauft. Zudem ist auch ein deutscher Hypothekenfinanzierer betroffen: Die Hypo Real Estate bekam nach der Bekanntgabe hoher Abschreibungen einen Kredit zur Verfügung gestellt und wurde somit vor einem Zusammenbruch gerettet. Dabei gab es Garantien vom Staat.
Der DAX musste am Montag deutliche Abschläge hinnehmen und konnte die 5.800-er Marke nur knapp verteidigen. Mit Ertönen der Schlussglocke gab der deutsche Leitindex 4,2 Prozent auf 5.807 Indexpunkte nach. Finanzwerte lasteten besonders auf dem Gesamtmarkt, allen voran die Aktie der Hypo Real Estate, die massiv auf Talfahrt geschickt wurde.
Der TecDAX gab ebenfalls deutlich nach. Bei den in den vergangenen Tagen gut gelaufenen Solarwerten nahmen Anleger angesichts der aktuellen Unsicherheit Gewinne mit und schickten das Börsenbarometer um deutliche 6,9 Prozent auf 675 Punkte ins Minus.
22:30 Uhr: USA: Kräftiger Kurseinbruch nach gescheitertem Rettungspaket
Mit einem deutlichen Kursrutsch haben die US-Börsen auf das Scheitern des milliardenschweren US-Rettungsplanes reagiert. Die Anleger hatten nach dem Durchwinken der Pläne im Kongress auf ein positives Votum für den Gesetzesentwurf gehofft. Bereits zuvor hatten die Indizes nach einer Reihe von Hiobsbotschaften aus der europäischen Bankenlandschaft schwächer notiert. Auch überraschend positive Meldungen von Konjunkturseite konnten die Kurse nicht stützen. Aktien der Citigroup konnten nach der Übernahme des Pleitekandidaten Wachovia zwischenzeitlich zulegen, während Titel der übernommenen Bank nicht gehandelt wurden.
Der Dow Jones-Index verzeichnete am Montag das größte Tagesminus in der Geschichte des Börsenbarometers und schloss mit einem Abschlag von 7,00 Prozent bei 10.365 Punkten. An der Nasdaq Composite stürzten die Kurse noch heftiger ab, hier ging es 9,1 Prozent auf 1984 Punkte abwärts.
20:36 Uhr: Rettungspaket scheitert im Repräsentantenhaus
Das milliardenschwere US-Rettungspaket, dass der US-Kongress nach tagelangem Ringen am Wochenende durchgewunken hatte, ist im US-Repräsentatenhaus überraschend gescheitert. Der Plan erhielt nicht die erforderliche Mehrheit. Insbesondere Republikaner hatten gegen den Plan, die angeschlagenen Banken von ihren faulen Krediten zu befreien, gestimmt. Die Märkte reagierten mit einem deutlichen Kurssturz auf das Scheitern des erhofften Milliardenplans. Nun sei eine neue Abstimmung geplant, hieß es von Seiten eines Kongressmitarbeiters.
17:09 Uhr: Bankenkrise belastet Euro
Die Europäische Gemeinschaftswährung Euro hat im Vergleich zum Dollar zu Wochenbeginn deutlich an Boden verloren. Schuld ist die Bankenkrise, die am Wochenende auch Europa erreicht hat und die Währung damit auf Talfahrt geschickt hat. Zudem sorgt die Hoffnung auf das US-Rettungspaket für Stabilierungstendenzen bei der US-Währung.
15:30 Uhr: Schwacher Start an der Wall Street
Die US-Börsen legen am Montag einen schwachen Wochenstart aufs Parkett. Die grundsätzliche Einigung beim milliardenschweren US-Rettungspaket sorgt nicht für die erhofften Impulse. Dabei drücken insbesondere Hiobsbotschaften über Schieflagen im europäischen Bankensektor auf die Stimmung. Von Konjunkturseite kamen indes überraschend positive Meldungen: Die persönlichen Einnahmen sind im August überraschend deutlich angestiegen, die Ausgaben blieben indes entgegen den Erwartungen kaum verändert. Wachovia steht nach einer Teilübernahme durch die Citigroup im Anlegerfokus.
Der Dow Jones gibt zum Handelsstart erneut mehr als ein Prozent nach. An der Nasdaq Composite notiert mit deutlich roten Vorzeichen.
15:07 Uhr: Citigroup übernimmt Wachovia
Die US-Bank Citigroup kauft große Teile des angeschlagenen US-Konkurrenten Wachovia. Wie am Nachmittag bekannt wurde, geht das operative Geschäft an den Wettbewerber. Zeitgleich übernimmt der Finanzkonzern auch Verluste in Milliardenhöhe. Der Teilkauf wure von der Bankenaufsicht und der US-Regierung offenbar initiiert. Wachovia hatte sich massiven Kursverlusten in den vergangenen Tagen selbst zum Verkauf gestellt. Das Finanzhaus galt nach dem Zusammenbruch von Washington Mutual als nächster möglicher Pleitekandidat.
15:00 Uhr: Walgreen verdient mehr
Die US-Drugstorekette Walgreen hat in ihrem vierten Quartal von Sondereffekten profitiert und unter dem Strich mehr verdient. Das Nettoergebnis zog von 397 auf 443 Millionen Dollar an, der Gewinn je Aktie konnte von 40 auf 45 Cents verbessert werden. Dazu trugen auch gestiegene Umsatzerlöse bei, die im Berichtszeitraum bei 14,60 Milliarden Dollar lagen - vor Jahresfrist hatte das Unternehmen noch 13,42 Milliarden Dollar umgesetzt. Auch für die weitere Geschäftsentwicklung bleibt der Konzern zuversichtlich und will diese mit Kostenkontrollmaßnahmen stützen.
14:41 Uhr: US-Einkommen steigt im August an, Ausgaben unverändert
Die saisonbereinigten persönlichen Einkommen wiesen im August 2008 einen Anstieg aus. Dies gab das US-Handelsministerium am Montag bekannt. So kletterten die persönlichen Einkommen im Vormonatsvergleich um 0,5 Prozent, nachdem im Vormonat noch eine Abnahme um 0,6 Prozent verbucht worden war. Dagegen entwickelten die persönlichen Konsumausgaben im Vergleich zum Vormonat unverändert, während sie im Vormonat um 0,1 Prozent zugelegt hatten.
14:34 Uhr: Circuit City mit tiefroten Zahlen
Für den US-Elektronikhändler Circuit City liefen die Geschäfte im zweiten Quartal schlecht. Das Unternehmen ist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hat unter dem Strich einen Verlust von 239,2 Millionen Euro eingefahren. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch bei 62,8 Millionen Dollar gelegen. Das Ergebnis je Aktie ging von minus 38 Cents auf minus 1,45 Dollar zurück, während die Erlöse von 2,64 auf 2,39 Milliarden Dollar abnahmen. Als Grund für die schwache Geschäftsentwicklung nannte der Konzern die anhaltend rückläufige Nachfrage unter Konsumenten.
14:23 Uhr: Übernimmt Lufthansa bis zu 49 Prozent an Alitalia?
Die Deutsche Lufthansa könnte Presseangaben zufolge bis zu 49 Prozent an dem angeschlagenen italienischen Wettbewerber Alitalia übernahmen. Das berichtet die italienische Tageszeitung "Il Messagero". Offizielle Bestätigungen von Konzernseite blieben bislang aus. Deutsche Lufthansa-Chef Mayrhuber war in der vergangenen Woche auf Einladung der Regierung nach Italien gereist, über den Ausgang der Gespräche wurde jedoch nichts bekannt.
13:42 Uhr: Ölpreis im deutlichen Rückwärtsgang
Der Ölpreis gibt zu Beginn der neuen Handelswoche deutlich nach. Als Grund nennen Experten den wiedererstarkten US-Dollar, der infolge der Lösung beim milliardenschweren US-Rettungspaket wieder an Boden gewinnt. Zudem sind am Wochenende eine Reihe europäischer Bankhäuser unter Druck geraten, das stützt den Dollar zusätzlich.
12:48 Uhr: Börsen in Asien mit deutlicher Talfahrt
Trotz der grundsätzlichen Einigung in den USA über das Hilfspaket zur Unterstützung notleidender Banken kam an den größten Börsen in Asien am Montag keine Kauflaune auf. Die Anleger zeigten sich weiter massiv verunsichert und trennten sich von ihren Investments.
In Japan war der Nikkei225 zwischenzeitlich in die Gewinnzone vorgerückt, konnte seine grünen Vorzeichen im Handelsverlauf aber nicht verteidigen. Das Börsenbarometer verabschiedete sich 1,26 Prozent schwächer bei 11.743,61 Zählern.
In Südkorea musste der KOSPI ebenfalls Abschläge hinnehmen und beendete den ersten Handelstag der Woche mit einem Minus von 1,35 Prozent bei 1.456,36 Punkten.
Ein massiver Abwärtstrend setzte in Hongkong ein. Der Hang Seng rutschte um 4,29 Prozent auf 17.880,68 Punkte ab.
Auf dem chinesischen Festland bleiben die Börsen aufgrund verschiedener Feiertage in dieser Woche geschlossen. Der Shanghai Composite gab am Freitag um 0,16 Prozent auf 2.293,78 Punkte nach.
12:18 Uhr: Staatsbürgschaft für HRE bestätigt
Spekulationen über Staatsgarantien für den angeschlagenen Immobilienversicherer Hypo Real Estate wurden am Mittag bestätigt. Demnach übernimmt das Bundesfinanziminsterium eine Bürgschaft in Höhe von 35 Milliarden Euro. Diese sei nötig, um die Finanzhilfen der Privatbanken, die dem Institut zuvor mit einem Notkredit aus der Klemme geholfen hatten, abzusichern, hieß es von Ministeriumsseite. Eine Verstaatlichung es Konzerns werde jedoch nicht angestrebt. Demnach beträgt ein erster Teil des Rettungspakets etwa 14 Milliarden Euro. Davon sollen die privaten Banken 60 Prozent, der Bund 40 Prozent tragen. Die zweite Risikoabschirmung von 21 Milliarden Euro soll der Bund allein übernehmen. Damit sei die Refinanzierung des Konzerns bis Ende 2009 gesichert.
11:26 Uhr: Bradford und Bingley wird verstaatlicht
Die britische Regierung hat die Kontrolle über den Hypothekenfinanzierer Bradford & Bingley übernommen und damit entsprechende Spekulationen vom Wochenende bestätigt. Wie aus einer Pressemitteilung des Instituts hervorgeht, werden zudem das Spareinlagengeschäfts sowie Filialniederlassungen veräußert. Käufer ist die spanische Banco Santander. Bradfort & Bingleys ist nach Northern Rock das zweite britische Institut, das verstaatlicht wird.
09:47 Uhr: Staatsgarantien für HRE
Der Staat wird dem angeschlagenen deutschen Hypothekenkonzern Hypo Real Estate offenbar unter die Arme greifen. Wie am Morgen bekannt wurde, ist die Regierung bereit, das Engagement der Banken, die das Institut durch einen milliardenschweren Notkredit vor dem Kollaps bewahrt haben, mit Staatsgarantien abzusichern. Diese Entscheidung sei in enger Abstimmung mit anderen Ländern und der BaFin getroffen worden, hieß es.
09:02 Uhr Schott Solar: Börsengang am Donnerstag
Der Solarkonzern Schott Solar hat seine IPO-Pläne wieder aufgenommen. Die Erstnotiz der Gesellschaft soll am 02. Oktober 2008 erfolgen, die Zeichnungsfrist beginnt am heutigen Montag. Auch die Preisspanne wurde bekannt gegeben und liegt den Angaben zufolge bei 14,50 bis 19,50 Euro je Aktie. Angeboten werden bis zu 33.673.684 Anteilsscheine. Der Konzern hofft dabei auf einen Bruttoemissionserlös von bis zu 546 Millionen Euro.
08:51 Uhr: Arcandor behält Thomas Cook
Der Handelskonzern Arcandor hat am Montagmorgen Entwarnung bezüglich einer möglichen Trennung von Anteilen an der Ertragsperle Thomas Cook gegeben: Es sei entschieden worden, sich nicht von Aktien der Reisetochter zu trennen, teilte der Aufsichtsrat nach einer Strukturüberprüfung am Wochenende mit. Eine Entscheidung bezüglich der Warenhauskette Karstadt sei indes noch nicht getroffen worden. Zeitgleich soll eine Kapitalerhöhung die Eigenkapitalbasis des Konzerns stärken: Arcandor will das Kapital um 58,9 Millionen auf 648,3 Millionen Euro erhphen und dafür 23.020.552 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien ausgeben.
08:48 Uhr: Thomas Cook will nicht fusionieren
Das Touristikunternehmen Thomas Cook hat Gespräche über einen Zusammenschluss mit der TUI-Tochter TUIfly und der zur Deutsche Lufthansa gehörenden Germanwings abgebrochen. Es sei klar geworden, dass diese Möglichkeit nicht attraktiv sei, hieß es von Konzernseite. Man besitze genügend Potenzial, um eigenständig zu bleiben. Um dies zu untermauern, bestätigte Thomas Cook in diesem Zusammenhang seine Jahresziele und bekräftigte, in allen Märkten auf Kurs zu sein.
08:00 Uhr: Dollar zieht an
Die Europäische Gemeinschaftswährung Euro verliert gegenüber dem Dollar zum Wochenauftakt an Boden. Grund ist die grunsätzliche Einigung über das Rettungspaket, über das heute im Repräsentantenhaus abgestimmt werden soll. Das stützt das Vertrauen in die US-Wirtschaft wieder mehr.



