12.11.2012 12:35
Bewerten
 (1)

Japans Wirtschaft auf Talfahrt

Rezession in Japan
Die japanische Wirtschaft kämpft eineinhalb Jahre nach der Tsunami-Katastrophe wieder gegen eine Rezession.
Angesichts drastischer Exportrückgänge in Folge der konjunkturellen Abkühlung in China, Europa und anderen Ländern schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um eine hochgerechnete Jahresrate von 3,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal verringerte sich die Wirtschaftsleistung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt um real 0,9 Prozent, wie die Regierung am Montag auf vorläufiger Basis mitteilte.

    Japans Regierungschef Yoshihiko Noda sprach von einer "ernsten" Lage. "Wir können die Möglichkeit nicht ausschließen, dass die japanische Wirtschaft in eine Rezessionsphase eingetreten ist", erklärte Wirtschaftsminister Seiji Maehara. Während die Regierung angesichts möglicherweise bald bevorstehender Neuwahlen ein weiteres Konjunkturpaket plant, sicherte die Zentralbank des Landes zu, an ihrer extrem lockeren Geldpolitik vorerst festhalten zu wollen.

     Die globale Abkühlung drosselte die Exporte, die weiter ein wichtiger Antriebsmotor der japanischen Wirtschaft sind: Sie brachen um fünf Prozent ein, der schärfste Rückgang seit fünf Quartalen. Die Investitionen der Firmen in Ausrüstungen und Anlagen sanken um 3,2 Prozent. Sie reagierten damit vor allem auf die gesunkene Nachfrage aus China und Europa. Die Verbraucherausgaben, die rund 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung beitragen, gaben zudem um 0,5 Prozent nach.

  Dabei hatte es zu Beginn des Jahres noch hoffnungsvoll ausgesehen: Zwischen Januar und März war Japans Wirtschaft noch mit einer Jahresrate von 5,3 Prozent gewachsen, ein Zeichen dafür, dass die Folgen der verheerenden Tsunami-Katastrophe vom März vergangenen Jahres überwunden wurden. Doch im folgenden Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt dann nur noch um magere 0,3 Prozent zu.

 Viele Ökonomen hatten indes für das Sommerquartal mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Die Börsianer zeigten sich dennoch enttäuscht: Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab auch angesichts des weiter starken Yen deutlich um 0,93 Prozent auf 8676,44 Punkte nach.

     Neben der globalen Flaute macht Japan vor allem der starke Yen und die Deflation mit andauernd fallenden Preisen zu schaffen. Ökonomen rechnen damit, dass Japans Wirtschaft auch im laufenden vierten Quartal schrumpft, wenn auch nur leicht um 0,1 Prozent.

    TOKIO (dpa-AFX)

Bildquellen: Antony McAulay / Shutterstock.com
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX geht mit Plus ins Wochenende -- Dow: Yellen-Effekt verpufft -- US-Wirtschaft wächst schwach -- VW will wohl Milliarden in Batteriefabrik für E-Autos investieren -- SGL, Google und Oracle im Fokus

Bank of America versucht erneut Kreditkartentochter MBNA zu verkaufen. Monsanto-Managern winkt Millionen-Regen bei Übernahme. Air France tankt nach Sprit-Protesten mehr im Ausland. EU verschärft erneut Sanktionen gegen Nordkorea. Aktionäre von DMG Mori sollen Abfindung von 37,35 Euro erhalten. Yellen: Leitzinserhöhung in den kommenden Monaten angemessen. BMW & Co.: Autobauer rufen in den USA Millionen Wagen zurück.
Welche Marke ist die teuerste?
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?