DÜSSELDORF/KASSEL (dpa-AFX) - Der Rüstungskonzern
Rheinmetall stellt seine Panzersparte auf den Prüfstand und sorgt damit für Unruhe unter den Beschäftigten. Ziel sei eine wirtschaftlich optimale Struktur der Rheinmetall Landsysteme GmbH (RLS), die sich an den Kernkompetenzen der vier Standorte orientiere, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf auf Anfrage mit. Mit dem Betriebsrat sollten möglichst schnell Lösungsmöglichkeiten gesucht werden. Zu Details wollte sich Rheinmetall nicht äußern.
Die Pläne haben in der Belegschaft Sorge um die Arbeitsplätze ausgelöst. Nach eigenen Angaben beschäftigt RLS in Kassel, Kiel, Unterlüß bei Celle und Gersthofen bei Augsburg rund 1500 Leute. In Kassel ist die Belegschaft bereits über mögliche Szenarien informiert worden, wie die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) berichtete. Laut IG Metall wurde bei einer Betriebsversammlung sogar die Komplettaufgabe des Traditionsstandorts mit rund 450 Beschäftigten nicht ausgeschlossen. Dazu wollte Rheinmetall keine Stellung nehmen.
Der Kasseler Bevollmächtigte der IG Metall, Oliver Dietzel, kritisierte das Vorgehen des auch als Autozulieferer aktiven Unternehmens. Die Wehrtechniksparte habe in der Vergangenheit oft genug den Konzern gestützt. Auch angesichts der aktuellen Geschäftslage sei ein Krisenszenario unangebracht, ein Sparen nach der Rasenmähermethode absolut nicht notwendig. "Die stehen schließlich nicht kurz vor der Pleite, sondern ihnen ist schlicht die Marge nicht hoch genug." Kürzlich hatte der Bund seinen Auftrag für den wichtigen Puma-Schützenpanzer reduziert. Dietzel kündigte entschlossenen Widerstand gegen einseitige Sparpläne an.
Rheinmetall hat zu Jahresbeginn die Produktion von militärischen Radfahrzeugen aus der RLS ausgegliedert und in ein Joint Venture mit MAN eingebracht. Nun geht es um die Zukunft der verbleibenden Panzersparte./ceb/DP/wiz