EMFIS.COM - Moskau 27.01.2012 (www.emfis.com)
Berichten zufolge könnten der staatlich kontrollierte russische Energie-Konzern Rosneft vor einer Zusammenarbeit mit dem norwegischen Öl-Konzern Statoil stehen, um Russlands Felder auf hoher See besser erschließen zu können. Im Kern geht es um die gemeinsame Ausbeutung von Hydrocarbon-Vorkommen, die sich auf der russischen Seite der maritimen Grenze zwischen den beiden Ländern in der Barents Sea befinden. Die Russen haben die erforderlichen Lizenzen bereits im vergangenen Dezember für 30,1 Millionen
Dollar von der Regierung erworben.
Offshore-Erfahrung als KnackpunktDas Problem an der ganzen Angelegenheit ist nur, dass Rosneft über nahezu keine Erfahrung im Bereich der Offshore-Förderung verfügt. Aus diesem Grund hat der russische Energie-Riese schon vor einiger Zeit sein Interesse an einer Kooperation mit einem Unternehmen signalisiert, das versierter im Bereich der Hochsee-Förderung ist. Statoil verfügt nachweislich über ein gewaltiges Know-how sowie praktische Erfahrung im genannten Bereich. Darüber hinaus können sich die Norweger eine Zusammenarbeit mit Rosneft ebenfalls sehr gut vorstellen, obwohl es bereits eine Kooperation mit Gazprom gibt, die das Shtokman-Gasfeld betrifft, welches sich ebenfalls in der Barents Sea befindet.
Exxon-Mobil-Deal kein Hindernisgrund für Rosneft Eigentlich sollte einer Zusammenarbeit damit nicht mehr viel im Wege stehen. Lediglich der amerikanische Energie-Gigant Exxon Mobil könnte sich auf die Füße getreten fühlen, da Rosneft mit diesem erst kürzlich eine Kooperation andere Projekte betreffend eingegangen sind. Wirklich verhindern werden die Amerikaner den Deal allerdings kaum können. Denn Rosneft ließ schon verlauten, dass es unvorteilhaft wäre, sich bezüglich aller Projekte nur an einen Kooperationspartner zu binden.
Fazit:Unter Berücksichtigung der enormen Vorkommen, über die Russland in dem entsprechenden Gebiet verfügt und dem herausragenden Know-how Statoils im Segment Offshore-Förderung würde eine Zusammenarbeit auf jeden Fall Sinn machen. Von daher darf man zuversichtlich sein, dass es zu einer Übereinkunft kommt, von der letztlich beide Unternehmen profitieren.