07.02.2013 08:36
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TUI Travel leidet im Auftaktquartal unter Sondereffekt

Rote Zahlen
Europas größter Reiseanbieter TUI Travel ist überraschend mit höheren Verlusten ins neue Geschäftsjahr gestartet.
Neue Buchungsvorschriften für Leerflüge vergrößerten das saisontypische Minus im Auftaktquartal. Ohne Berücksichtigung dieses Sondereffekts, der sich im Laufe des Jahres wieder ausgleichen soll, hat der Thomas Cook-Konkurrent aber ein besseres Ergebnis als im Vorjahr erreicht. Vorstandsvorsitzender Peter Long zeigte sich zudem für den Rest des Jahres zuversichtlicher als bisher.

   Er geht davon aus, dass der bereinigte operative Gewinn 2012/13 im oberen Bereich der bisher prognostizierten Spanne von 7 bis 10 Prozent wachsen wird. Im saisontypisch schwächsten Quartal des Jahres erhöhte sich der bereinigte operative Verlust aber erst einmal auf 116 Millionen Britische Pfund nach minus 109 Millionen Pfund im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung des Sondereffekts sank der operative Verlust aber auf 93 Millionen Pfund. Die Sonderbelastung von 23 Millionen Pfund wirkte sich auch negativ auf den Nettoverlust aus. Er erhöhte sich auf 119 Millionen Pfund.

   Den neuen Buchungsvorschriften zufolge muss TUI nun Flüge mit einer sehr schwachen Auslastung anders bewerten als in den Vorjahren. Beim Saisonwechsel fliegt die Tochter der TUI AG traditionell mit fast leeren Maschinen in die Karibik oder auf die Kanaren, nimmt aber auf dem Rückweg viel mehr Urlauber wieder mit nach Hause. Beginnt die nächste Saison für diese Reiseziele, dreht sich das Bild um. Auf dem Hinweg sind die Maschinen voll, auf dem Rückweg leer.

   Abgesehen von diesem Sondereffekt äußerte sich der Konzern zufrieden über den Verlauf von Oktober bis Ende Dezember. In Großbritannien schnappte der Branchenprimus seinem Mitbewerber Thomas Cook noch einmal Gäste weg und erhöhte seinen Marktanteil.

   TUI Travel hatte sich bereits in der Vergangenheit besser als Thomas Cook entwickelt. Der Marktführer setzt seit vielen Jahren auf sehr individuelle Reiseangebote, beispielsweise für Senioren, Verliebte, Abenteurer oder Sportskanonen. So entzieht er sich dem Preiskampf mit vielen anderen Mitbewerbern, unter dem Thomas Cook immer noch sehr leidet.

   Der Markt hat aber nicht nur wegen dieses Strategievorsprungs ein besonderes Auge auf den TUI-Konzern. Gerüchte, dass die deutsche Mutter die britische Tochter übernehmen oder mit ihr fusionieren könnte, machen immer wieder die Runde. Der Hannoveraner MDAX-Konzern hat dieses Vorhaben zwar jüngst verneint, Beobachter gehen aber davon aus, dass dieses Thema noch lange nicht vom Tisch ist.

   Beim Konkurrenten Thomas Cook schauen Anleger vor allem auf die Erfolge, die die neue Chefin Harriet Green für die kommenden Jahre verspricht. Sie will den Konzern schnell aus der Krise führen und setzt dabei verstärkt auf ein neues Management, maßgeschneiderte Urlaubsreisen und den Verkaufskanal Internet.

   Die Aktien von TUI Travel haben seit Vorlage des Geschäftsberichts für 2011/2012 Anfang Dezember um acht Prozent zugelegt. Sie waren zu diesem Zeitpunkt von den Tiefständen im Juni bereits um 70 Prozent gestiegen, angetrieben von steigenden Buchungszahlen.

Dow Jones Newswires, Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 26 AM EST 02-07-13

Bildquellen: TUI AG, Martin Valigursky / Shutterstock.com

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