"Wir stellen alle Kosten infrage, in der Verwaltung, den Landesgesellschaften, auf der Fläche und natürlich auch im Vorstand", sagte
METRO-Chef Olaf Koch der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). "Dass zum Beispiel auch auf Kurzstrecken Business Class geflogen wurde, haben wir eingestellt."
Die Einsparungen sollen die Investitionen kompensieren, die die Metro anderswo tätigt, etwa in Serviceangebote bei der Großhandelstochter Cash & Carry oder in Preissenkungen bei den Elektronikketten Media Markt und Saturn. Der Handelskonzern, zu dem auch noch die Lebensmittelmärkte Real und die Warenhauskette Kaufhof gehören, hatte das vergangene Geschäftsjahr nach vorläufigen Berechnungen mit einem Umsatzplus von einem guten Prozent auf 66,7 Milliarden Euro abgeschlossen. Für das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) erwartet der Konzern einen Rückgang von 2,4 auf rund 2 Milliarden Euro.
Eine Dividende, die vor allem dem Großaktionär Haniel zugute kommt, wird es auch für 2012 geben. Ein Aussetzen einer Dividendenzahlung sei in einer Ausnahmesituation denkbar. "Aber wir stecken nicht in einer solchen Situation", sagte Koch. Für 2011 hatte die Metro 1,35 je Stamm- und 1,485 je Vorzugsaktie gezahlt.
Der Rauswurf der Metro-Aktie aus dem DAX habe ihn und viele Metro-Mitarbeiter sehr hart getroffen, räumte Koch an. Die Aktie war im Herbst 2012 wegen ihrer schlechten Performance in den Index der mittelgroßen Werte abgerutscht. "Wir sollten den Abstieg als Verpflichtung sehen, wieder aufzusteigen", sagte Koch. Experten halten eine baldige Rückkehr aber für unwahrscheinlich. Auch Koch wollte keinen Zeitpunkt für den geplanten Wiederaufstieg nennen. Er betonte aber: "Wenn wir wieder in den Dax kommen, dann kommen wir mit Anstand zurück."
MÜNCHEN (dpa-AFX