06.02.2013 08:00

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RÜCKKEHR AN DEN KAPITALMARKT

Portugal und Irland wollen EZB stärker einspannen


Die Krisenländer Portugal und Irland wollen die Europäische Zentralbank stärker einspannen. Sie arbeiten nach Presseberichten an neuen Plänen, wie die Notenbank ihnen bei der Rückkehr an den Kapitalmarkt helfen soll.

Die beiden Länder fordern von der EZB, dass sie ihnen spätestens im kommenden Jahr den Weg zurück an den Kapitalmarkt ebnet, wie das Handelsblatt und die Tageszeitung Die Welt berichten. Die EZB sträube sich jedoch und auch in Berlin gebe es Vorbehalte.

   Die portugiesische Regierung habe vorschlagen, vorsorglich für das EZB-Anleihekaufprogramm (OMT) freigeschalten zu werden. Die Rückkehr an den Kapitalmarkt würde deutlich leichter fallen, wenn neben privaten Geldgebern auch die EZB bereitstünde, Staatsanleihen zu kaufen und damit die zu zahlenden Zinsen zu drücken. Außerdem dringe Portugal auf eine spätere Rückzahlung der Hilfskredite aus dem Euro-Rettungsfonds ESM.

   Derweil verhandelt die irische Regierung mit der EZB über eine Lösung für ihre Altlasten aus der Rettung der irischen Banken. Dabei geht es im Kern darum, so genannte "Promissory Notes", also vom irischen Staat gegenüber der nationalen Notenbank gegebene Zahlungsgarantien für die Vorfinanzierung der heimischen Bad Bank, gegen Staatsanleihen mit langer Laufzeit zu tauschen. Die neuen Anleihen wären in der Verzinsung niedriger und an den Märkten handelbar.

   Frühere Einigungsversuche scheiterten dem Vernehmen nach am Widerstand im EZB-Rat, der allerdings in dieser Frage als keineswegs geschlossen gilt. Bis Ende März soll eine Lösung des Problems her, denn dann wäre in der bisherigen Konstruktion eine Drei-Milliarden-Zahlung Irlands fällig. Das Thema könnte auch bei der EZB-Ratssitzung in dieser Woche eine Rolle spielen.

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Kommentare zu diesem Artikel

khaproperty schrieb:
06.02.2013 14:12:54

Sie alle sind nie in der Lage, am Kapitalmarkt Geld zu bekommen. Jetzt zahlt die EZB über die 1000 Mrd. Euro Kredite an die nationalen Banken, die kaufen dann die mit Rückkaufgarantie der EZB versehenen Anleihen der Pleiteländer - und verdienen sich eine goldene Nase auf unsere Kosten.

DiBoFfm schrieb:
06.02.2013 09:18:20

Und wieder wird die Staatsfinanzierung durch die EZB als normale Option gehandelt.
Deutschland trägt 27% des Risikos für die angestrebten niedrigen Zinsen, ohne dass ein einziger Parlamentarier zugestimmt hätte.

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