12.02.2013 03:00
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Mister Zuverlässig und die Munich Re: Was für die Aktie spricht

Bei der Münchener Rück läuft es nicht schlecht
Rückversicherer im Fokus
Der Münchner Rückversicherer überrascht mit einer kräftigen Erhöhung der Dividende. Auch der Konzerngewinn steigt deutlich. Das lässt kleinere Sünden verschmerzen.
€uro am Sonntag

von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Für Aktionäre der Munich Re besitzt der Wetterbericht eine besondere Brisanz. Ein Wirbelsturm am falschen Ort kann dem weltgrößten Rückversicherer schließlich schnell die Bilanz verhageln. Wie heftig Wetterkapriolen einschlagen können, erlebten Investoren Anfang 2011, als eine Kata­stro­phenserie beim DAX-Konzern einen Quartalsverlust von fast einer Milliarde Euro hinterließ.

Das vergangene Jahr verlief vergleichsweise entspannt. Wirbelsturm Sandy, der im Herbst New York und weite Teile der amerikanischen Ostküste heimsuchte, kostete die Münchner 800 Millionen Euro. Ansonsten aber blieben größere Katastrophen aus.

Insgesamt wurde die Munich Re im vergangenen Jahr von Schäden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro getroffen — deutlich weniger als die 4,5 Milliarden im Jahr davor. Die Belastung sei 2012 „leicht unterdurchschnittlich“ ausgefallen, erklärte Finanzchef Jörg Schneider.

Die sündigen Töchter
Naturkatastrophen sind für Rückversicherer, die Versicherer der Versicherungen, kurzfristig mit hohen Kosten verbunden. Sie bieten aber auch einen Hebel, um in neuen Verhandlungen mit den Kunden höhere Preise durchzusetzen. Davon profitierte die Munich Re im vergangenen Jahr, als das Preisniveau in einem hart umkämpften Markt immerhin um einen halben Prozentpunkt gesteigert werden konnte.

Für Wirbel sorgte nicht das Wetter, sondern das Tochterunternehmen Ergo. Nach dem Skandal um die „Lustreisen“ werden dort die Vertriebsstrukturen neu geordnet. Wegen dieser Sonderbelastungen verfehlte die Ergo Versicherungsgruppe mit einem Gewinn von 290 Millionen Euro das angestrebte Jahresziel von 400 Millionen Euro.

Im kleinsten Geschäftsfeld blieb sogar ein Minus. Die Marke Munich Health, in der die Aktivitäten im vor allem amerikanischen Gesundheitsmarkt gebündelt sind, verfehlte ebenfalls das Gewinnziel und soll jetzt durch Umstrukturierungen fit gemacht werden.

Dividendenstar im DAX
Im Gesamtkonzern fielen die ­Sünden der Töchter aber kaum ins Gewicht. Unter dem Strich blieb der Munich Re ein Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro. Das ist mehr als viermal so viel wie im verha­gelten Vorjahr. Den Gewinnsprung nutzt der Konzern für eine deutliche Erhöhung der Dividende. Nach 6,25 Euro je Aktie im vergangenen Jahr werden jetzt exakt sieben Euro ausgezahlt. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von knapp 40 Prozent.

Der Anstieg der Dividende ist höher als von vielen Analysten erwartet, aber nicht so deutlich wie der Gewinnzuwachs. Das erklärt sich durch das außergewöhnlich schwache Vorjahresergebnis, als der Konzern mehr Geld ausschüttete, als er eingenommen hatte. Ein solcher Kraftakt ist nur in Ausnahmefällen zu rechtfertigen. Deshalb ist die jüngste Geschäftserholung wichtig.

Finanzvorstand Schneider sieht die Dividendenerhöhung als „weiteren Beleg für unsere nachhaltig attraktive und verlässliche Ausschüttungspolitik“. Über die vergangenen 20 Jahre hat die Munich Re zwölfmal die Dividende angehoben, kein einziges Mal gesenkt.

Durch die jetzt angekündigte Ausschüttung kommt die Aktie der Munich Re auf eine attraktive Dividendenrendite von rund fünf Prozent. Analysten gehen davon aus, dass die Serie der Münchner halten wird und die Dividende in diesem sowie dem kommenden Jahr zumindest konstant bleibt.

Die Dividende bleibt damit das stärkste Argument für die Aktie der Munich Re. Im operativen Geschäft sollten die Probleme bei Ergo und Munich Health zu lösen sein. Dennoch bleibt der Konzern den Unwägbarkeiten des Wetters ausgeliefert. Wir sehen die Aktie daher unverändert als eine Halteposition.

Bildquellen: Munich Re, © Munich Re

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