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28.06.2009 16:21

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Ryanair will von der Krise profitieren - Bestellung über 300 neue Jets

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    HAMBURG/DUBLIN (dpa-AFX) - Europas größter Billigflieger Ryanair <RY4.EID> <RYA.ISE> <RY4.FSE> will nach zuletzt mageren Ergebnissen von der Krise im weltweiten Luftverkehr profitieren. Allein bis Ende 2009 wolle er bei Boeing <BA.NYS> <BCO.ETR> oder Airbus <PEAD.PSE> <EAD.ETR> 300 neue Jets bestellen oder fest optionieren, sagte Ryanair-Chef Michael OLeary dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Bis zum Jahr 2017 wolle er zudem rund 150 Millionen Passagiere transportieren. Ein Ende der Krise sieht er nicht: "Das Schlimmste kommt erst noch." Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 (31. März) war Ryanair bei einem Verlust von 169 Millionen Euro erstmals in den roten Zahlen. Im Vorjahr hatte Ryanair noch einen Gewinn von 391 Millionen Euro ausgewiesen.

    Gleichzeitig erneuerte OLeary sein Interesse am deutschen Konkurrenten Lufthansa <LHA.ETR>. "Wir haben 2,3 Milliarden Euro auf der hohen Kante, ich müsste dafür nicht einmal einen Kredit aufnehmen", sagte er dem Magazin. Anfang Juni hatte er überraschend angekündigt, einen ernsthaften Blick" auf Lufthansa zu werfen. Dabei hatte er allerdings auch gesagt, dass es in absehbarer zukunft kein Kaufangebot geben werden. Wegen gesetzlicher Beschränkungen dürfte Ryanair mit einem solchen Vorhaben in Deutschland zudem auf Granit beißen. Das hiesige Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz gibt der Lufthansa die Möglichkeit, sich mit drastischen Maßnahmen gegen eine Übernahme aus dem Ausland zu wehren.

    Das Gesetz soll sicherstellen, dass deutsche Fluggesellschaften ihre Betriebsgenehmigung und ihre Luftverkehrsrechte nicht verlieren. Diese wären in Gefahr, wenn eine Airline nicht mehr mehrheitlich in deutscher Hand wäre. Um dies kontrollieren zu können, handelt es sich bei den Lufthansa-Aktien um vinkulierte Namensaktien. Sinkt die Aktienmehrheit in deutscher Hand in Richtung 50-Prozent-Grenze, kann die Lufthansa Anteile zurückkaufen, neue Aktien ausgeben und ausländische Aktionäre sogar auffordern, ihren Aktienbesitz zu veräußern. Als letzter Ausweg kann der Lufthansa-Vorstand die betreffenden Aktien für verlustig erklären, um eine ausländische Übernahme abzuwehren./tst/DP/zb

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