von Klaus Schachinger, €uro am Sonntag
Die Schuldenkrise in Europa und die nachlassende Konjunktur in Nordamerika hinterlassen deutliche Spuren in den Bilanzen der führenden US-Konzerne. Vor allem beim Umsatz blieben überraschend viele Unternehmen hinter den Erwartungen zurück.
Nach Zahlen des Datendienstleisters ThomsonReuters waren gerade mal 40 Prozent der Unternehmen aus dem S & P 500 beim Umsatzwachstum im zweiten Quartal besser als erwartet. Der S & P-Index umfasst die 500 größten börsennotierten US-Konzerne. Ende Juli hatte McDonald’s unerwartet schwache Zahlen gemeldet. Zur Begründung verwies der weltweit größte Bulettenbrater auf das schwache Europa-Geschäft. „Bleibt es bei der niedrigen Quote, fällt die Bilanz beim Umsatzwachtum der S & P-500-Konzerne schwächer aus als im ersten Quartal 2009“, sagt ThomsonReuters-Analyst Greg Harrison. Damals waren die Industriestaaten in eine schwere Rezession geschlittert.
So schlimm dürfte es dieses Mal aber wohl nicht kommen. Wegen der bevorstehenden Wahlen im November werde US-Präsident Barack Obama alles tun, um die Konjunktur zu stützen, erwarten Volkswirte.
Ein weiterer Hoffnungsschimmer für Anleger ist die Quote der positiven Überraschungen beim Gewinnwachstum. Sie liegt mit 67 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt von 62 Prozent. Zudem sind US-Aktien günstig. „Unsere Indikatoren für den S & P 500 zeigen einen Abschlag von 35 Prozent an“, sagt US-Chefaktienstratege Tobias Levkovich von der Citigroup.
Investoren bleiben aber bislang skeptisch. In der dritten Juli-Woche flossen rund 6,4 Milliarden Dollar in Anleihen. In US-Aktien investierten Anleger im selben Zeitraum nur 641 Millionen Dollar.