23.01.2013 15:48
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SAP rechnet erneut mit zweistelligen Zuwächsen

SAP-Aktie gefragt
Europas größter Softwarehersteller SAP rechnet auch für 2013 mit einem zweistelligen Plus bei Umsatz und operativem Gewinn.
Die Erlöse im Kerngeschäft mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen (SSRS) sollen um 11 bis 13 Prozent auf mindestens 14,7 Milliarden Euro steigen, teilte das im Börsenindex Dax notierte Unternehmen am Mittwoch in Walldorf mit. Das Geschäft mit Produkten in der sogenannten Datenwolke (Cloud) und der neuen Echtzeit-Datenbank Hana sollen dabei die Wachstumstreiber sein.

    Beim um Sondereffekte bereinigten Betriebsergebnis rechnet der Konzern im laufenden Jahr mit einem Wert zwischen 5,85 Milliarden und 5,95 (2012: 5,21) Milliarden Euro. Der Cloud-Umsatz soll sich auf 750 Millionen Euro verdoppeln, jener mit Hana auf 650 bis 700 (2012: 392) Millionen Euro zulegen. Die von SAP gesteckten Ziele liegen etwas unter der Markterwartung. Bei einigen Experten machen sich nun Sorgen breit, dass sich das starke Wachstum der vergangenen Quartale abschwächt.

 AKTIE DREHT SCHNELL INS PLUS

  Besonders in der Region Amerikas, welche den weltgrößten Markt USA einschließt, gerieten die Walldorfer zuletzt in eine Flaute. An der Börse wurde der vorsichtige Ausblick allerings nur zu Handelsbeginn mit Enttäuschung aufgenommen. Das DAX-Schwergewicht drehte schnell ins Plus und war zuletzt einer der stärksten Werte im deutschen Leitindex. Händler verwiesen darauf, dass der Softwarehersteller für seine konservativen Prognosen bekannt ist und diese meistens übertrifft.

     Im vergangenen Jahr schrumpfte der Gewinn unter dem Strich um 18 Prozent auf 2,83 Milliarden Euro. Das lag in erster Linie an den Kosten für Übernahmen, dem Vergütungsprogramm für die Belegschaft und wegfallenden Sondereffekten.  2011 hatte SAP Rückstellungen für den Rechtsstreit mit Oracle aufgelöst. Das lässt den Jahresvergleich ungünstig aussehen.

    Im operativen Geschäft lasteten hohe Investitionen in Produktentwicklung und Vertrieb sowie ein stagnierender Umsatz in Amerika auf den Zahlen. SAP konnte das nur teilweise durch starkes Wachstum in Asien ausgleichen. 2012 erhöhte sich der Umsatz von 14,2 auf 16,2 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg von 4,2 auf 5,0 Milliarden Euro. Damit verfehlten die Walldorfer ihre Zielspanne von 5,05 bis 5,25 Milliarden Euro.

 MARGE IM CLOUD-GESCHÄFT SOLL ANZIEHEN

 Daher sank die Marge im operativen Geschäft von 33 auf 32 Prozent. SAP stellt neue Vertriebsleute ein. Zudem belasteten die Cloud-Zukäufe Ariba und Successfactors die Marge, da diese noch nicht so profitabel sind. Bis 2015 will SAP aber auf 35 Prozent kommen. "Unsere Schlüsselinnovation Hana und unser Cloud-Angebot haben einen wesentlichen Umsatzbeitrag geliefert", sagte Finanzvorstand Werner Brandt. "Wir sind zuversichtlich, dass wir unser zweistelliges Wachstum 2013 fortsetzen und unsere Profitabilität weiter verbessern können."

   Co-Chef Jim Snabe zeigte sich jüngst verhalten optimistisch für die Entwicklung des Marktes. IT-Budgets dürften in diesen Jahr nicht wachsen, hatte er der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX vor zwei Wochen gesagt. Nun zahle sich aus, dass SAP anders als andere Softwareanbieter wie Oracle die Palette nicht auf Hardware ausgeweitet habe.  

 REIHE VON ÜBERNAHMEN

    Als größte Herausforderung sieht Snabe, mit einem neuen Produkt auf die Größeneffekte zu kommen, die SAP mit etablierter Software gewohnt ist. Allerdings hätten die Walldorfer damit Erfahrung, da es ihnen mit dem Softwarepaket R3 ebenso gegangen sei. Große Übernahmen schloss Snabe zwar nicht aus, doch sieht er nach den Großzukäufen der vergangenen Jahre derzeit keine großen Lücken mehr.

    Der Konzern hatte sich in den vergangenen Jahren mit einer Serie von Milliardenübernahmen mehrere neue Sparten hinzugekauft. Das Stammgeschäft mit Unternehmenssoftware wird flankiert von den neuen Geschäftsbereichen  Technik für mobile Geräte, Analyse und Cloud. In der Datenwolke schlug SAP sogar zweimal zu. Erst kauften sie mit Successfactors einen erfahrenen Anbieter im Vermieten von Software über das Internet. Darauf folgte Ariba, eine IT-Einkaufsplattform für Großunternehmen im Netz.

   Diese breite Aufstellung ermöglichte SAP, die Krisen der vergangenen Jahre besser zu überstehen als die Konkurrenz. Jetzt zeigen sich erste Anzeichen einer Flaute ausgerechnet im weltgrößten IT-Markt USA. Es bleibt abzuwarten, ob dies nur ein kurzer Ausrutscher oder eine Trendwende ist.

    WALLDORF (dpa-AFX)

Bildquellen: SAP AG
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