FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnungen der Anleger auf eine Wiedereröffnung des offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest noch in diesem Jahr haben sich zerschlagen. "Die sich zuspitzende Staatsschuldenkrise und die jüngsten Meldungen zweier namhafter Fondsanbieter, die Öffnung eines Fonds zu verschieben respektive einen Fonds abzuwickeln, haben die Verkaufsgespräche rund um das Büroquartier Potsdamer Platz in Berlin unerwartet und unverhältnismäßig stark beeinflusst", teilte die Fondsgesellschaft SEB Asset Management am Freitag mit.
Dabei spielte SEB zum einen auf die Entscheidung der Bank Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) vom Montag an, ihren ebenfalls eingefrorenen und milliardenschweren offenen Immobilienfonds CS Euroreal nicht in diesem Jahr zu öffnen. Ebenfalls am Montag hatte die Fonds-Tochter der Deutschen Bank (Deutsche Bank), die DWS Invest GmbH, erklärt, ihren Immobilien-Dachfonds db ImmoFlex bis Mai 2014 auflösen zu wollen.
Sowohl die SEB Immoinvest als auch die Credit Suisse hatten angekündigt, ihre eingefrorenen Immobilienfonds noch in diesem Jahr wieder öffnen zu wollen. Nun sagte Barbara Knoflach, Vorstandsvorsitzende der SEB Asset Management: "Die Märkte sind mittlerweile unberechenbar geworden. Im Interesse aller Anleger - unabhängig ob langfristig orientiert oder rückgabewillig - steht der Werterhalt ihres Vermögens an oberster Stelle."
Die bisherigen Verkaufsaktivitäten seien indes sehr erfolgreich gewesen und die Liquidität des Immoinvest sei in den letzten Monaten durch diverse Abschlüsse im In- und Ausland deutlich gesteigert worden, fuhr Knoflach fort. Die Liquidität liege zum Jahresende bei rund 21 Prozent.
Der SEB Immoinvest und der CS Euroreal zählen unter den offenen Immobilienfonds in Deutschland zu den Flagschiffen. Sie sind beide zusammen etwa zwölf Milliarden Euro schwer. Die beiden Fondsgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, ihre jeweils seit Mai 2010 eingefrorenen Produkte spätestens bis Mai 2012 wieder zu öffnen oder für immer zu schließen.
Während der Finanzkrise hatten Großanleger plötzlich beträchtliche Geldmengen aus den lange als sicher geltenden offenen Immobilienfonds abgezogen und diese so in Liquiditätsnot gebracht. Aktuell haben 13 offene Immobilienfonds die Anteilsscheinrücknahme ausgesetzt, 7 von ihnen haben sogar bereits endgültig ihre Pforten geschlossen./la/she