27.03.2013 11:28
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STICHWORT: Die Bewertung Zyperns durch die Ratingagenturen

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Das kleine Euroland Zypern ist vorerst gerettet. Es erhält milliardenschwere Finanzhilfen seiner Europartner, die dem Staatshaushalt zugute kommen sollen. Die Gelder dürfen jedoch nicht verwendet werden, um die massiven Probleme des zyprischen Bankensektors anzugehen. Die entsprechenden Belastungen sollen Inhaber von Bankeinlagen, Bankanleihen und -aktien tragen. Es ist das erste Mal in der Eurorettung, dass Geldhäuser nicht mit Steuermitteln gestützt werden.

    Die großen Ratingagenturen bewerten Staatsanleihen der Mittelmeerinsel ausnahmslos als für sicherheitsbewusste Investoren nicht geeignet. Experten sprechen von "Non Investment Grade", im Börsenjargon "Junk" oder "Ramsch" betitelt. Am besten kommt Zypern bei der als vergleichsweise moderat geltenden Agentur Fitch weg. Sie vergibt die Note "B". Doch selbst diese Note liegt fünf Stufen unter "Investment Grade" (mindestens "BBB-") beziehungsweise fünf Stufen über "D" für Zahlungsausfall (Default).

    Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) vergibt mit "CCC" die fünftschlechteste Note ihrer Skala. Die Konkurrenz von Moody's - sie gilt gemeinhin als kritischste der großen Agenturen - bewertet zyprische Staatsanleihen mit "Caa3" und damit eine Note schlechter als S&P. Sowohl bei Moody's als auch bei S&P steht die Ratingampel auf rot - der Ausblick für die Bonität Zyperns ist also negativ. Das heißt, es drohen weitere Abstufungen. Bei Fitch steht Zypern sogar unter verschärfter Beobachtung ("Rating Watch Negative"). Das ist eine drastischere Variante eines negativen Ausblicks. Eine Entscheidung über eine Abstufung steht also kurz bevor./bgf/jsl

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