MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der frühere Chef von Siemens <SIE.ETR> in Griechenland, Michael Christoforakos, hat nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag) bei Vernehmungen durch die Münchner Staatsanwaltschaft Schmiergeldzahlungen in Athen gestanden. Die Staatsanwaltschaft habe daraufhin gegen den griechischen Geschäftsmann mit deutschem Pass ein Ermittlungsverfahren wegen Bestechung und anderer Delikte eingeleitet, berichtet die Zeitung. Die Anklagebehörde bestätigte diese Angaben auf dpa-Anfrage ausdrücklich nicht. Man nehme zum Stand der Ermittlungen nicht Stellung, sagte ein Sprecher am Freitagabend in München.
Wie es in dem Bericht weiter heißt, habe Christoforakos Zahlungen an die beiden großen Parteien in Griechenland zugegeben - die sozialistische Pasok und die konservative Nea Dimokratia. Die Schatzmeister seien die Empfänger gewesen. Der Ex-Chef von Siemens Hellas, des griechischen Ablegers des weltweit agierenden Industriekonzerns, war Mitte Mai aus seiner Heimat geflohen und vor zwei Wochen in Oberbayern festgenommen worden. Aufgrund eines internationalen Haftbefehls sitzt Christoforakos derzeit in München in Untersuchungshaft. Dessen Münchner Anwälte äußerten sich laut Zeitung zum Stand der Ermittlungen ebenfalls nicht./db/DP/he