Vorstandschef Leese erwartet auch für das zweite Quartal Verlust
Konzern will ab Juli Zahl der Kurzarbeiter wieder verringern
München. Der niedersächsische Stahlhersteller Salzgitter glaubt nicht mehr an das Erreichen der Gewinnzone im laufenden Jahr. "Es wird schwierig, im laufenden Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Ich glaube, dass wir eher leicht darunter liegen werden," sagte Vorstandschef Wolfgang Leese im Interview mit Euro am Sonntag laut Vorabbericht (E-Tag: 27.6.2009). Auf der Hauptversammlung Ende Mai hatte Leese für 2009 noch ein "in etwa ausgeglichenes Ergebnis vor Steuern" in Aussicht gestellt.
Nach Aussage des Chefs des zweitgrößten deutschen Stahlkonzerns lief das Geschäft auch von April bis Juni insgesamt defizitär. "Wir haben auch im zweiten Quartal einen Verlust geschrieben", sagte Leese. Bereits für das erste Quartal hatte Salzgitter vor Steuern ein Minus von 98,3 Millionen Euro ausgewiesen.
Die Belebung im Auftragseingang seit Mai erlaube es Salzgitter jedoch, die Zahl der Kurzarbeiter im Juli voraussichtlich wieder zu verringern. "Es geht hier vermutlich um eine vierstellige Zahl von Beschäftigten, vor allem im Stahlbereich", sagte Leese gegenüber der Wirtschaftszeitung. Im Juni waren demnach rund 9000 Mitarbeiter im gesamten Konzern in Kurzarbeit.
Auch über das Jahresende hinaus sieht Leese noch kein Ende der Wirtschaftskrise. "Ich vermag nicht zu sagen, wann das zu Ende ist", so der Stahlmanager. Insgesamt solle 2010 jedoch nicht so schlecht laufen wie 2009. "Ich erwarte für Salzgitter 80 Prozent Kapazitätsauslastung für das kommende Jahr und hoffe auf mehr", sagte Leese dem Blatt. Bis Mai betrug die Auslastung dem Manager zufolge lediglich 50 bis 55 Prozent. Die jüngsten Orders sollen zu einer höheren Auslastung nach den Ferien führen.