EMFIS.COM - Moskau 30.01.2012 (www.emfis.com)
Kleine und mittlere Unternehmen haben es in Russland nicht leicht, da vor allem Großunternehmen durch die Gesetzgebung bevorzugt werden. Die russische staatliche Sberbank will sich diesem Problem nun annehmen und lockt mit entsprechenden Darlehen.
„Start-Biznes“ heißt die neu ins Leben gerufene Kreditlinie der Sberbank, von der vor allem Kleinunternehmer bei der Neugründung profitieren sollen. Im vergangenen Jahr war die Kreditvergabe an Kleinunternehmer bereits um 36 Prozent angestiegen, im Oktober umfassten das Kreditvolumen 15 Milliarden Euro. Bis 2014 will die Bank etwa 41 Millionen für Start-Ups zur Verfügung stellen, wie der Vize-Präsident der Sberbank unlängst mitteilte. Eine Selbständigkeit ist in Russland mit hoher Auflagen belegt: Vor allem in den Bereichen Bürokratie, Personal sowie Hygiene wird der Zugang vor allem für Kleinunternehmen erschwert.
Sektor stärken Kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen ist sicherlich eine gute Idee, denn in Russland sind mit 17 Millionen Menschen lediglich zwölf Prozent der russischen Bevölkerung in diesem Bereich beschäftigt. Dies entspricht in etwa 22,5 Prozent der Personen im arbeitsfähigen Alter. Der russische Klein-und Mittelstands-Verband Opora hat sich daher zum Ziel gesetzt, diesen Prozentsatz bis zum Jahr 2020 auf 60 bis 70 Prozent anzuheben.
Eine Stärkung des Sektors der kleinen und mittelständischen Wirtschaft wird der russischen Ökonomie auf längere Sicht bestimmt nicht schlecht bekommen. Aber natürlich profitiert auch die Sberbank von der geschäftlichen Ausweitung, vor allem da sich Kredite an kleinere Unternehmen in der Regel profitabler sind, weil höhere Zinssätze durchsetzbar sind.