Von Christina Zander
Der schwedische Lkw-Hersteller Scania hat im zweiten Quartal wegen der anhaltend schwachen Nachfrage in Europa deutlich weniger verdient als vom Markt erwartet. Die weiteren Aussichten für den Markt seien nur schwer einschätzbar, auch wenn sich der Auftragseingang im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen verbessert habe. Das stelle strenge Anforderungen an die Produktion, den Vertrieb und die Serviceorganisation der Volkswagen-Tochter, erklärte CEO Leif Ostling.
Angesichts niedrigerer Verkäufe und einer geringeren Kapazitätsauslastung ging der Nettogewinn um zwei Fünftel auf 1,46 Milliarden Schwedische Kronen zurück, das sind etwa 172 Millionen Euro. Von FactSet befragte Analysten hatten gut 300 Millionen Kronen mehr erwartet. Der Umsatz fiel um 16 Prozent auf 19,21 Milliarden Kronen, auch der operative Gewinn und die Marge waren rückläufig.
Lkw-Hersteller haben unter der sinkenden Nachfrage in Europa schwer zu leiden. Die Schuldenkrise dämpft die Investitionsbereitschaft der Kunden, sie verschieben die Anschaffung neuer Fahrzeuge möglichst. Die Scania AB hatte deshalb vor Kurzem die Busproduktion in Polen zurückgefahren und 142 Mitarbeitern gekündigt. Das Unternehmen erzielt rund die Hälfte seines Umsatzes in Europa.
Der Auftragseingang ging auf Jahresbasis insgesamt um 14 Prozent zurück, die Auslieferungen fielen um 26 Prozent. Im Vergleich zum ersten Quartal hätten sich die Bestellungen, auch in Südeuropa, leicht verbessert, seien aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
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July 20, 2012 06:45 ET (10:45 GMT)
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