16.02.2013 17:51
Bewerten
 (0)

Schäuble: Deutschland bei G-20 mit Sparzielen nicht isoliert

   Von Harriet Torry, Costas Paris und Paul Hannon

   MOSKAU--Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wehrt sich gegen den Eindruck, Deutschland sei im Zusammenhang mit den Sparzielen unter den G-20-Staaten isoliert. Er wertete die G-20-Erklärung als "klares Bekenntnis" zu früheren Vereinbarungen zum Schuldenabbau. Die Aussagen im Vorfeld, Deutschland stünde vollkommen allein da und alle seien gegen Deutschland, seien ganz und gar nicht zutreffend, sagte Schäuble gegenüber Journalisten nach dem Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G-20) in Moskau.

   Der Finanzminister wies außerdem darauf hin, dass sich die G-20-Staaten geschlossen gegen einen Abwertungswettlauf der nationalen Währungen ausgesprochen hätten. Alle wüssten, dass die Wechselkurse auf dem Markt festgelegt werden müssten, so Schäuble. Sie seien kein Mittel, um die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern, sagte der CDU-Politiker. Deutschland habe die Wechselkursdebatte nicht begonnen und sehe auch keinen Anlass dafür, fügte er hinzu.

   Die G-20-Staaten versuchten in ihrer Abschlusserklärung, die Wogen angesichts des Streits um die Entwicklung der Wechselkurse zu glätten. Man habe sich dazu bekannt, vom Abwerten der Währungen zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen abzusehen. Geldpolitik solle einzig auf Preisstabilität und Wachstum abzielen.

   Sie scheiterten allerdings damit, sich auf neue Ziele zum Defizitabbau zu einigen. Mehrere Vertreter der Länder hatten im Vorfeld gefordert, die 2010 festgelegte Deadline zu verlängern, wonach die G-20-Mitgliedsstaaten ihre Defizite bis 2013 zumindest halbieren und ihre Verschuldung bis 2016 stabilisieren oder zurückfahren sollen. Stattdessen haben die Regierungen nun die Freiheit, ihre eigenen Ziele dem Zustand ihrer Volkswirtschaften entsprechend selbst festzulegen.

   In ihrer Erklärung bekannten sich die G-20 Länder zu einer Mitschuld an dem "zu schwachen" wirtschaftlichen Wachstum. Unternehmen und Verbraucher seien verunsichert, weil nicht klar gewesen sei, wie die Länder ihre Probleme angehen würden.

   Vor dem G-20-Gipfel hatte der Streit um die Entwicklung der Wechselkurse angesichts der wirtschaftlichen Stimulierungsmaßnahmen vieler Länder hohe Wellen geschlagen. Einige Schwellenländer waren der Ansicht, dass Industrieländer mit ihrer lockeren Geldpolitik ihre Währungen schwächen, was die Kapitalströme stärker in die Schwellenländer lenkt. Das verstärke den Aufwärtsdruck auf die Schwellenlandwährungen, was deren Exporte verteuert und sie damit weniger wettbewerbsfähig macht.

   Die höher entwickelten Volkswirtschaften halten dagegen. Einige Länder wie China lassen ihre Wechselkurse nicht auf ein Marktniveau zulegen, was wiederum den Druck auf solche Schwellenländer erhöht, deren Wechselkurse den Marktkräften ausgesetzt sind. Vertreter aus Lateinamerika, Europa und Asien hatten in den letzten Monaten angedeutet, dass sie möglicherweise versuchen würden, ihre Währungen abzuschwächen. Daraufhin warnten einige Ökonomen, dass der ohnehin schon flauen Weltwirtschaft eine Reihe von Währungsabwertungen drohen könnte.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/DJN/mgo

   (END) Dow Jones Newswires

   February 16, 2013 09:44 ET (14:44 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 44 AM EST 02-16-13

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen schließen im Minus -- Twitter kurz vor Übernahme? -- Commerzbank steht wohl vor massivem Stellenabbau -- Telekom, Innogy-IPO, Yahoo im Fokus

Flugbegleitergewerkschaft Ufo droht mit Streik bei Eurowings. Axel Springer übernimmt La Centrale vollständig. IWF bekräftigt Forderung nach Schuldenerleichterung für Athen. Apple testet wohl eigenen vernetzten Lautsprecher. DAX-Anleger sind dank Geldspritzen fit für Gipfelsturm.
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Der Gehaltsreport

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Eigenzulassungen 2015
Diese Firmen sind innovativ
In diesen Städten stehen Sie am längsten im Stau
Das sind die besten Universitäten
Die wertvollsten Marken 2016
mehr Top Rankings

Umfrage

Greenpeace hat am Montagmorgen gegen das Freihandelsabkommen Ceta protestiert. Wie ist Ihre Haltung gegenüber dem Abkommen mit Kanada?