21.12.2012 15:35

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Schäuble hält Dijsselbloem für guten Juncker-Nachfolger - Agentur


   Von Beate Preuschoff

   BERLIN--Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält den niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem für einen guten Nachfolgekandidaten des bisherigen Eurogruppenchefs Jean-Claude Juncker. Es spreche viel dafür, dass ein Finanzminister aus einem kleineren Land diesen Posten übernehme. Der könne dazu beitragen, zwischen unterschiedlichen Standpunkten eine gemeinsame Linie zu finden, sagte Schäuble in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa, das auf der Internetseite des Finanzministeriums veröffentlicht wurde.

   "Unter all diesen Gesichtspunkten ist der niederländische Kollege ganz sicher gut geeignet", sagte der Minister. Ganz davon abgesehen werde er von allen sehr geschätzt und sei "hoch kompetent". Vorsitzender der Eurogruppe müsse nach seiner Auffassung ein Finanzminister sein, der zudem für finanzpolitische Solidität stehe.

   Bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise sieht Schäuble große Fortschritte. Nach wie vor stelle die Krise jedoch eine große Herausforderung dar. In allen Mitgliedstaaten sei man aber in einer schwierigen Zeit gut vorangekommen. Irland und Portugal hätten große Fortschritte gemacht und bekämen zunehmend Zugang zu den Finanzmärkten. Griechenland habe seit den Wahlen im Juni mit der Regierung Samaras zum ersten Mal sehr Ernst gemacht mit der Umsetzung von Reformen gemacht. Auch Spanien habe mit der Rekapitalisierung seiner Banken wirklich gute Arbeit geleistet.

   Die Neuwahlen in Italien in absehbarer Zeit seien zwar mit Unsicherheit verbunden. "Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die Bevölkerung in Italien daran erinnern wird, wie die Lage war, ehe Monti Ministerpräsident wurde und was seitdem alles geschafft wurde", sagte Schäuble. Für die künftige europäische Bankenaufsicht sei "eine gute Lösung gefunden worden, die den Verträgen Rechnung trägt."

   Danach befragt, ob er ihm der Job als Bundesfinanzminister nach diesem heftigen und erschöpfenden Jahr überhaupt noch Spaß mache, räumte der Minister ein, nach den letzten Wochen freue er sich in der Tat auf ein paar ruhige Tage. Aber politisches Engagement sei Leidenschaft. Wenn die Aufgaben groß seien, sei die Leidenschaft groß. "Deswegen macht mir meine Arbeit weiterhin Freude", sagte der Finanzminister.

   Kontakt zum Autor: beate.preuschoff@dowjones.com

   DJG/bep/hab

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   December 21, 2012 09:14 ET (14:14 GMT)

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