17.01.2013 12:58
Bewerten
 (0)

Schäuble sieht Europa bei Krise noch nicht über den Berg

   Von Andreas Kißler

   BERLIN--Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) betrachtet die europäische Schuldenkrise noch lange nicht als bewältigt, sieht aber Fortschritte auf diesem Weg. In einer Rede im Deutschen Bundestag wies Schäuble zugleich Vorschläge der SPD zurück, die deren Kanzlerkandidat Peer Steinbrück unmittelbar zuvor im Parlament erneut aufgebracht hatte.

   "Wir sind nicht über den Berg, aber wir sind auf dem richtigen Weg, die Vertrauenskrise in den Euro Schritt für Schritt zu lösen", sagte Schäuble. Die Zinsunterschiede zwischen den Euroländern gingen zurück. "Das Vertrauen der Finanzmärkte kommt Schritt für Schritt zurück."

   Schäuble verwies aber auf die hohe Staatsverschuldung auch außerhalb des Euroraums und zeigte sich besorgt über die neue japanische Finanzpolitik. "Mir macht ziemlich viel Sorge, was die neue Politik der neu gewählten japanischen Regierung ist." Er beklagte erneut ein Übermaß an Liquidität in den globalen Finanzmärkten. "Das wird weiter durch ein falsches Verständnis von Notenbankpolitik geschürt", sagte er.

   Ein von der SPD vorgeschlagener, gemeinsamer Altschuldentilgungsfonds würde aus Schäubles Sicht die Krise verschlimmern. Ein solcher Fonds führe zu einem schlechteren Rating für Deutschland, warnte der Finanzminister: "Deshalb geht dieser Vorschlag nicht, er ist nicht zu verwirklichen."

   Steinbrück hatte zuvor erklärt, die Krise in Europa sei nicht vor allem eine Staatsschuldenkrise, sondern "in weiten Teilen nach wie vor eine Krise labiler Banken und ungezähmter Finanzmärkte". Dies komme aber in der Analyse der Regierung nicht vor. "Wir brauchen eine Beendigung des Erpressungspotenzials großer systemrelevanter Banken", forderte Schäubles Amtsvorgänger. Steinbrück schlug ein europäisches Banken-Abwicklungsregime und einen von den Banken selber gespeisten Sanierungsfonds vor.

   Kontakt zum Autor: andreas.kissler@dowjones.com

   DJG/ank/chg

   (END) Dow Jones Newswires

   January 17, 2013 06:27 ET (11:27 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 27 AM EST 01-17-13

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- MorphoSys-Aktie und Roche-Aktie fallen kräftig -- US-Börsen in der Gewinnzone -- GfK-Konsumklima auf höchstem Stand seit acht Jahren

BayernLB verklagt Ecclestone. Euro gibt leicht nach. Studio Babelsberg erwartet für 2014 Millionenverlust. Sartorius verkauft Sparte. Ölpreise deutlich gestiegen. Verdi ruft an vier Amazon-Standorten zu Streiks bis Heiligabend auf. Allianz stimmt Vergleich nach Amoklauf von Winnenden zu. Facebook will mehr über Datenschutz informieren.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?