11.11.2012 13:24
Bewerten
(0)

Schäuble sieht Griechenland in Verzug

DRUCKEN

   Griechenland muss sich bei der dringend notwendigen nächsten Hilfszahlung gedulden. Bundesfinanzminster Wolfgang Schäuble geht nicht davon aus, dass beim Treffen der Eurogruppe über die nächste Tranche entschieden werden kann. "Es sieht momentan nicht so aus, dass wir am Montag einen fertigen, vollständigen Troika-Bericht bekommen können, zumal das griechische Parlament erst am Sonntag den Haushalt beschließt", sagte Schäuble der Welt am Sonntag. Für den Zeitverzug machte der Minister die Griechen verantwortlich.

   "Wir alle in der Eurogruppe und im IWF wollen Griechenland helfen, aber wir lassen uns nicht unter Druck setzen", sagte Schäuble. Griechenland wartet seit langem auf die Auszahlung der Tranche über 31,5 Milliarden Euro - die Zeit drängt. Das Land muss am 16. November kurzfristige Anleihen im Milliarden-Wert tilgen. Die Athener Regierung müsse dafür sorgen, dass Voraussetzungen für die Auszahlung der nächsten Tranche erfüllt seien, so Schäuble.

   Von das Sanierung des angeschlagenen Landes innerhalb der Währungsunion ist der Finanzminister aber nach wie vor überzeugt. Es gebe einen Weg, aber der sei hart.

   Ähnlich äußerte sich auch Bundesbankchef Jens Weidmann. Es bestehe offenkundig der politische Wille, den Euroraum als Ganzes zu erhalten. "Griechenland kommt um weitgehende Einschnitte (aber) nicht herum und ohne die umfangreichen Hilfen gingen die Einschnitte noch viel tiefer."

   Weidmann mahnte daher Reformen an. "Die Hilfen haben nur dann Sinn, wenn Griechenland selbst genug tut." Der Bundesbankchef geht davon aus, dass es weitere Finanzhilfen für das Land geben werde. "Die Politik hat sich offenbar entschieden, Griechenland weiter zu finanzieren", sagte Weidmann der Rheinischen Post. Einen Schuldenerlass der öffentlichen Hand für die Griechen lehnte er ab.

   Die Schuldensituation des Landes hat sich seit dem Schuldenschnitt im März verschlechtert. Die Gründe dafür seien stärkere Wirtschaftseinbrüche und die zu langsame Privatisierung, hatte Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, der belgischen Zeitung De Tijd gesagt. Um einen zweiten Schuldenschnitt zu vermeiden, gebe es ein "Menü von Optionen".

   "Mein Eindruck ist, dass der Appetit für eine zweite Restrukturierung extrem niedrig in den Mitgliedsländern ist", so Asmussen. "Wir müssen daher auf ein Menü von Optionen blicken, darunter ein freiwilliger Schuldenrückkauf, eine Senkung der Zinsen für ausstehende Kredite und ein höherer Primärüberschuss im griechischen Haushalt."

   Das strauchelnde Land muss kurzfristig fällig werdende Anleihen im Volumen von 5 Milliarden Euro zurückzahlen. Vergangenen Freitag hatte die Finanzagentur des Landes mitgeteilt, die kurzfristige Schuldenaufnahme hochzufahren und die Auktion vier- und 13-wöchiger Schuldverschreibungen im Volumen von 3,125 Milliarden Euro angekündigt.

   Marktteilnehmer hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass Griechenland wie bereits im August erneut diesen Weg den Schuldendienstes wählen wird, da dem Land andere Möglichkeiten der Mittelbeschaffung verschlossen sind. Griechenland kann die neuen Papiere aber nur im Markt unterbringen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) der griechischen Zentralbank erlaubt, diese als Sicherheit in Repo-Geschäften zu akzeptieren. Das könnte unter dem Deckmantel der so genannten Emergency Liquidity Assistance (ELA) geschehen.

   Angeblich wollte der griechische Zentralbankpräsident am Donnerstag den EZB-Rat von diesem Plan unterrichten. Dieser muss nicht zustimmen, kann ELA aber mit einer Zweidrittelmehrheit ablehnen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte einen Kommentar hierzu bei seiner Pressekonferenz am Donnerstag abgelehnt.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/kla

   (END) Dow Jones Newswires

   November 11, 2012 06:54 ET (11:54 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 54 AM EST 11-11-12

Jetzt kostenfrei anmelden!

Künstliche Intelligenz dominiert zahlreiche Lebensbereiche, die Dynamik ist weiter hoch. Wie Sie als Anleger von diesem Megatrend profitieren können, erfahren Sie im Experten-Webinar am Dienstag ab 18 Uhr.
Hier zum Online-Seminar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Vier Gewinneraktien der Autorevolution

Auf der diesjährigen IAA in Frankfurt wurde deutlich: Die Elektromobilität ist nicht mehr aufzuhalten. Alle großen Automobilhersteller stellen ihre Produktionslinien um. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche vier Aktien durch autonomes Fahren und Elektromobilität auf der Gewinnerseite stehen könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt erstmals über 13.000 -- Wall Street schließt im Plus -- Netflix auf Rekordhoch -- Nike: Wie groß sind die Probleme beim adidas-Konkurrenten? -- Sartorius, Lufthansa , SLM, E.ON im Fokus

Deutsche Bank hält an spanischem Privatkundengeschäft fest. Huawei will mit Smartphone 'Mate 10 Pro' das iPhone überholen. Yellen spricht sich für weitere Zinsschritte aus. RWE-Aktie fällt ans DAX-Ende. Volkswagen greift Tesla auf dessen Heimatmarkt an - Neues Modell kommt früher als erwartet. Siltronic-Papiere setzen Rekordrally fort.

Top-Rankings

KW 41: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 41: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Siebenstelliges Jahresgehalt
In diesen Bundesländern leben die Bestverdiener

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
Patentanmeldungen 2017
Diese Unternehmen setzten auf neue Ideen
Arbeiten und Leben im Ausland: Die besten Länder für Expatriats und Auswanderer
Welches Land schneidet am besten ab?
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die CDU hat rund zwei Prozentpunkte bei der Niedersachsen-Wahl verloren. Nun fordern Konservative Merkels Rücktritt. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BYD Co. Ltd.A0M4W9
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
GeelyA0CACX
EVOTEC AG566480
E.ON SEENAG99
Bitcoin Group SEA1TNV9
Allianz840400
Amazon906866
VoltaboxA2E4LE
TeslaA1CX3T
Lufthansa AG823212