FRANKFURT/MAIN/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der geplante Schuldenschnitt von rund 330 Millionen Euro bei dem finanziell stark angeschlagenen Holzverarbeiter
Pfleiderer in Neumarkt (Oberpfalz) ist vorerst gescheitert. Das Landgericht Frankfurt erteilte entsprechenden Beschlüssen der Gläubigerversammlung vom Juni dieses Jahres am Dienstag eine Absage. Die 5. Kammer für Handelssachen gab damit den Klagen von 21 Aktionären gegen das Unternehmen statt (AZ 3-05 O 45/11).
In der Verhandlung bei der Spezialkammer für Aktien- und Unternehmensrecht ließ Vorsitzender Richter Martin Müller erkennen, dass das von dem Unternehmen favorisierte Schuldverschreibungsgesetz aus dem Jahr 2009 bei Pfleiderer nicht anwendbar sei, weil bei der geplanten Sanierung kein deutsches , sondern niederländisches Recht gelte.
Die Gläubigerversammlung hatte im Juni beschlossen, dem Unternehmen rund 330 Millionen Euro zu erlassen. Die Kläger argumentierten, dies sei allein auf dem Rücken der Aktionäre geschehen. Darüber hinaus seien sie von dem Unternehmen nicht ausreichend informiert worden. Ein Pfleiderer-Anwalt kündigte Rechtsmittel beim Frankfurter Oberlandesgericht an./grh/hx/emd/DP/edh