28.06.2013 11:30
Bewerten
 (0)

Neue Spekulationen über RAG-Einstieg bei ThyssenKrupp

Schutz vor Übernahmen
Die Spekulationen über einen möglichen Einstieg der RAG-Stiftung beim stark angeschlagenen Industriekonzern ThyssenKrupp reißen nicht ab.
"Wenn wir von ThyssenKrupp oder von der Politik zu diesem Schritt gebeten werden, denken wir darüber nach", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) einen Insider aus dem Umfeld von RAG-Chef Werner Müller.

Beide Seiten wollten dies am Freitag nicht weiter kommentieren. "Es haben keine Gespräche stattgefunden", sagte ein Sprecher der Stiftung. Die Börse reagierte dennoch positiv auf die Gerüchte - die Aktie legte am Vormittag um knapp zwei Prozent zu und war damit einer der besten Werte im Dax.

KONZERN ERWÄGT KAPITALERHÖHUNG

ThyssenKrupp steckt wegen milliardenschwerer Fehlinvestitionen in Übersee in Geldnot. Vorstandschef Heinrich Hiesinger kann daher eine Kapitalerhöhung nicht mehr ausschließen. Er will aber zunächst den genauen Finanzbedarf des Konzerns prüfen. Dafür wartet der Manager den Verkauf der defizitären Stahlwerke in Brasilien und den USA ab. Zudem möchte der Manager mehr Klarheit über ein vermutetes Kartell bei Autoblechen bekommen und die deshalb möglicherweise drohenden Strafen haben.

Eine Kapitalerhöhung ist eigentlich ein Tabuthema für ThyssenKrupp. Denn aller Voraussicht nach könnte dabei der Hauptaktionär, die Krupp-Stiftung, nicht mitziehen und ihre Sperrminorität von gut 25 Prozent einbüßen. Der Konzern würde seinen Schutz vor Übernahmen verlieren. Für Politiker in Nordrhein-Westfalen wäre das eine Horrorvision.

KAMPF UM ÜBERNAHMESCHUTZ

Deshalb wird immer wieder darüber gesprochen, dass die RAG-Stiftung einspringen könnte. Sie war 2007 vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen gegründet worden, um das Ende des Kohlebergbaus zu finanzieren. Zuletzt hatte Stiftungschef Müller ein Interesse an ThyssenKrupp zwar dementiert. Laut "SZ" könnte dies aber lediglich eine Absage auf Zeit gewesen sein.

Mindestens zwei Bedingungen müssten erfüllt sein, damit RAG vielleicht doch aktiv wird. Zum einen muss ThyssenKrupp seine Stahlwerke in Brasilien und den USA endlich verkauft haben. Zum anderen müssten die offenen Kartellfälle aufgeklärt sein.

VERKAUF IN ÜBERSEE ZIEHT SICH HIN

Ursprünglich wollte ThyssenKrupp den Verkauf der Stahlwerke schon im Mai über die Bühne bringen. Doch die Verhandlungen ziehen sich hin. Ein Ende ist nicht in Sicht. Als Favorit gilt der brasilianische Stahlhersteller CSN. Entscheidend ist der Preis. Zuletzt belasteten technische Probleme an einem der beiden Hochöfen in Brasilien die Verhandlungsposition von ThyssenKrupp. Die Anlagen haben sich zu einem Milliardengrab für den Konzern entwickelt. Seit gut einem Jahr stehen sie zum Verkauf.

Die in der "SZ" ebenfalls aufgegriffene Spekulation über einen möglichen Verkauf auch des europäischen Stahlgeschäfts dementierte ein ThyssenKrupp-Sprecher. Er verwies auf frühere Aussagen von Vorstandschef Hiesinger, wonach die Anlagen fester Bestandteil des Konzern bleiben sollen. Angesichts des hohen Preisdrucks in der Branche ist der Gewinn der Sparte zuletzt eingebrochen. Mit einem Sparprogramm, dem 2.000 von 27.600 Stellen zum Opfer fallen, versucht der Konzern im europäischen Stahlgeschäft gegenzusteuern./enl/fn/fbr

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: ThyssenKrupp AG Uhde
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu ThyssenKrupp AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu ThyssenKrupp AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
30.01.2015ThyssenKrupp overweightJP Morgan Chase & Co.
29.01.2015ThyssenKrupp buyCommerzbank AG
27.01.2015ThyssenKrupp HaltenDZ-Bank AG
23.01.2015ThyssenKrupp NeutralHSBC
23.01.2015ThyssenKrupp VerkaufenDZ-Bank AG
30.01.2015ThyssenKrupp overweightJP Morgan Chase & Co.
29.01.2015ThyssenKrupp buyCommerzbank AG
15.01.2015ThyssenKrupp buyWarburg Research
15.01.2015ThyssenKrupp overweightJP Morgan Chase & Co.
12.12.2014ThyssenKrupp kaufenIndependent Research GmbH
27.01.2015ThyssenKrupp HaltenDZ-Bank AG
23.01.2015ThyssenKrupp NeutralHSBC
13.01.2015ThyssenKrupp NeutralCredit Suisse Group
11.12.2014ThyssenKrupp NeutralGoldman Sachs Group Inc.
08.12.2014ThyssenKrupp HoldDeutsche Bank AG
23.01.2015ThyssenKrupp VerkaufenDZ-Bank AG
12.12.2014ThyssenKrupp UnderweightBarclays Capital
12.12.2014ThyssenKrupp VerkaufenDZ-Bank AG
09.12.2014ThyssenKrupp SellUBS AG
04.12.2014ThyssenKrupp UnderweightBarclays Capital
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für ThyssenKrupp AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr ThyssenKrupp AG Analysen
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX mit schwachem Handelsschluss -- Wall Street im Minus -- Apple-Aktie auf Allzeithoch -- Russland: Notenbank senkt Leitzinsen -- MasterCard, Microsoft, Amazon im Fokus

Ölpreise springen kräftig nach oben - Spekulation über sinkende Produktion. AT&T blättert in US-Frequenzauktion 18,2 Milliarden Dollar hin. US-Telekom-Tochter lässt für Mobilfunklizenzen fast 2 Milliarden Dollar springen. Daimler-Tochter zahlt Millionen wegen Diskriminierung von Mitarbeitern. Schlichtung für Kabinenpersonal der Lufthansa kommt nicht voran. Bundesregierung wohl bereit für neues Griechenland-Hilfspaket. Conti schließt milliardenschwere Veyance-Übernahme ab.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind die 5 Finalisten

Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

mehr Top Rankings

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?