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20.07.2012 18:00

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SCHWEIZER AKTIE

Schokoladen-Aktie: Lindt auf dem Sprüngli

Chocoladefabriken LindtSpruengli zu myNews hinzufügen Was ist das?



Lindt & Sprüngli: Die Konsumflaute in Westeuropa und der starke Franken belasten
Lindt & Sprüngli-Chef Ernst Tanner will die Marke von drei Milliarden Franken Umsatz überspringen. Doch Währungsprobleme bremsen den Machtmenschen aus. Seine Strategie.

von Benita Vogel, €uro am Sonntag

Ernst Tanners Bilanz ist ­beeindruckend. In seinen bald 20 Jahren an der Spitze von Lindt verdreifachte er den Umsatz, den Gewinn hat er ­sogar versiebenfacht. Der Tausendsassa positionierte Lindt als Premiummarke. Und er baute seinen Einfluss und seine Macht stetig aus.

„Tanner ist Lindt“, sagt ein ehemaliger Weggefährte. Denn der 65-jährige Konzernchef führt nicht nur das Unternehmen, sondern mit dem Fonds für Pensionsergänzungen auch gleich den größten Aktionär. Tanner selbst ist größter Einzelaktionär.

Der „Chocolate-Man“ will den Ausbau in Staaten wie China oder Brasilien realisiert sehen, bevor er kürzertritt. Von Schwellenländern erhofft sich Tanner Unterstützung, um seine Wachstumsgeschichte fortzuschreiben. Firmenkennern zufolge hat sich Tanner vor zwölf Jahren ein Umsatzziel von drei Milliarden Franken gesetzt. Heute liegt er bei 2,5 Milliarden.

Eurokrise verdirbt Appetit
Doch jetzt droht die Erfolgsgeschichte den Faden zu verlieren. Tanners Machtfülle stößt auf immer mehr Kritik. Und der Markt zeigt sich seit Längerem nicht mehr von der Schokoladenseite.
Eine weitere Steigerung wird schwierig: Im Schokoladenmarkt gibt es wenig Wachstumschancen. Die Konsumflaute in Westeuropa und der starke Franken belasten. Nach einem Minus im vergangenen Jahr setzt sich der Krebsgang dieses Jahr fort. Lindt konnte in den letzten Jahren zwar Marktanteile gewinnen, in zwei der letzten drei Jahre verzeichnete der Schokoladenriese aber brutto einen Umsatzrückgang.

Vor allem im zweitwichtigsten Markt hat Lindt Mühe. In Deutschland herrscht wegen der Konsumflaute ein gnadenloser Preiskampf. Auch Premiumanbieter Lindt musste mit Probierpreisen und Aktionen reagieren, obwohl sich Rabatte und hohe Qualität eigentlich nicht vertragen. Das Unternehmen riskiert die Verwässerung der Marke, um den Umsatzverlust möglichst gering zu halten.

Ob es Lindt gelingen wird, dem Preisdruck auszuweichen, wird sich zeigen. Derweil bleiben wegen des starken Franken Kostenoptimierungen ein Thema. Mit acht Produktionsstandorten in Europa und den USA kann Lindt einfacher reagieren als rein schweizerische Produzenten. Marktkennern zufolge achtet der Konzern genau darauf, welche Produkte er wo herstellt.

Dass nicht mehr alles rund läuft, zeigt eine Personalie: Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Hansjürg Klingler Ende August das Un­ternehmen verlässt. Er leitete über Jahre Tanners Wachstumsbereich — das Überseegeschäft.

Die Medienmitteilung war kurz, der Dank knapp. „Der Abgang schlug bei Investoren hohe Wellen“, sagt ein Anleger. Dieser passe nicht zur Kontinuität bei Lindt. Klingler war fast 20 Jahre lang beim Schokoladenkonzern tätig. Auch persönlich fühlte er sich dem Unternehmen verbunden, schließlich hatte schon sein Vater im Verwaltungsrat gesessen.

Abgänge von Spitzenmanagern sind bei Lindt selten. „Sie haben durch langfristige Optionsprogramme goldene Fesseln“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter, der anonym bleiben will. Wer gehe, verliere finanziell viel. Tanner halte die Leute aber bei der Stange, indem er clever mit Nähe und Distanz arbeite — nach dem Prinzip „Teile und herrsche“.

Mit bitterem Beigeschmack
Über die Gründe von Klinglers ­Abgang wird auch im Unternehmen gerätselt. Von schwachen Exportzahlen ist die Rede. Er habe in den letzten Monaten vergeblich versucht, die Verkäufe mit Aktionen ­anzukurbeln, meinen die einen. ­Andere sagen, es könnte an einem Konflikt mit dem Konzernchef liegen. Klingler war direkter Vorgesetzter von Derek Tanner. Der Sohn des Lindt-Lenkers arbeitet seit drei ­Jahren im Konzern. Zuletzt war er unter Klingler zuständig für die Shopkonzepte.

Klinglers Funktionen verteilte Tanner auf die drei verbleibenden Konzernleiter und die vier Mitglieder der erweiterten Konzernleitung, wie Lindt mitteilte. Nicht kommuniziert hat das Unternehmen jedoch, dass im Rahmen des Umbaus Sohn Derek Tanner befördert wurde. Er bekommt mehr Verantwortung und wird Länderchef des wichtigen Markts Japan.

Intern sorge das für Kopfschütteln, aber niemand wage es, die Beförderung zu kritisieren, sagt ein Firmenkenner. Jedenfalls nährt Derek Tanners Aufstieg frühere Spe­kulationen, Vater Ernst wolle den Sohn zum Nachfolger aufbauen.

Investor-Info

Der Schweizer Markt
Umsatzprobleme

Die Flaute bei den Schweizer Schokoladenherstellern verstärkt sich. Sank der Umsatz im vergangenen Jahr um drei Prozent, ging er in den ersten vier Monaten 2012 bereits um acht Prozent zurück. Laut den neuesten Zahlen der Branchenorganisation Chocosuisse litt vor allem das Exportgeschäft. Der Auslandsumsatz brach um fast 13 Prozent ein. Gründe dafür seien der starke Franken und die schwache Konjunktur im Euroraum. Schlecht lief das Ostergeschäft im In- und Ausland.

Die Produktionskosten
Vorteil Lindt

Billigschokolade aus dem Ausland fand in den vergangenen Jahren auch in der Schweiz Verbreitung. Jede dritte Tafel, die ein Schweizer heute isst, kommt aus dem Ausland. Der Rückgang der inlän­dischen Produktion führt im Markt zu Kostendruck und Überkapazitäten. Die Kosten zu optimieren wird für Hersteller mit lokaler Produktion immer schwieriger. Eine Produktionsverlagerung kommt kaum ­infrage, für die Schweizer Hersteller ist „Swiss made“-Schoggi eminent wichtig. Die international aufgestellte Firma Lindt & Sprüngli hat es leichter, da sie ihre Marke mit „Lindt of Switzerland“ bewirbt und der tatsächliche Herstellungsort nicht in jedem Markt eine Rolle spielt.

Der Trend
Nobel oder billig

Unter Druck geraten vor allem Produzenten in der Mitte. „Die Firmen ohne klare Positionierung mit Abhängigkeit vom Detailhandel haben zunehmend Probleme“, sagt Ralph Siegl, Chef des Premiumherstellers Confiseur Läderach. Deshalb orientierten sich mehr und mehr Produzenten preislich nach oben oder nach unten. Masse oder Premium, laute der Trend.

Die Aktie
Teure Edelpraline

So verführerisch die Schokolade, so wenig ansprechend ist die Bewertung der Lindt-Aktie. Nach gängigen Kennzahlen ist sie zu teuer für ein Unternehmen, dessen Umsatz in den vergangenen drei Jahren im Schnitt sank. Und: Lindt macht mehr als die Hälfte seines Umsatzes in Europa, wo die Verbraucherstimmung in vielen Ländern im Keller ist. Die Aktie profitiert von der großen Nachfrage inter­nationaler Investoren nach sogenannten Qualitätsaktien. Seit sich die Eurokrise zuspitzt, greifen Anleger bei Unternehmen mit den Merkmalen: bekannte Marke im Bereich konjunkturunabhängiger Konsumgüter, Preissetzungsmacht, internationale Ausrichtung und stabile Bilanz. All das hat Lindt. Der Ansturm auf Qualitätsaktien kann noch weiter­gehen. Doch bei einer Verschärfung der Krise wird irgendwann auch die Bewertung von Nestlé, Coca-Cola und eben auch Lindt hinterfragt. So verlor die Aktie nach einem rasanten Anstieg im Jahr 2008 fast die Hälfte ihres Werts. Wenn man die Aktie kauft, sollte man die Stopps nachziehen.
Kursziel: 2600,00 Euro
Stopp: 2200,00 Euro

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum

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