München (www.aktiencheck.de) - Der Technologiekonzern Siemens AG will die Produktion seiner Windkraftanlagen einem Medienbericht zufolge stärker nach dem Vorbild der Autoindustrie auf Serienfertigung und Plattformstrategien umstellen, um die Produktionskosten zu drücken.
"Die Kosten müssen jedes Jahr um 5 bis 10 Prozent sinken", sagte Felix Ferlemann, Chef der Windenergiesparte bei Siemens, der "WirtschaftsWoche" (Samstag) mit Blick auf die wachsende chinesische Konkurrenz. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres war das Windgeschäft in die roten Zahlen gerutscht, soll aber im Gesamtjahr profitabel sein, hieß es laut dem Bericht im Konzern.
Das Rationalisierungs- und Automatisierungspotenzial ist laut Siemens gewaltig. So werden derzeit in der Regel noch maßgeschneiderte Einzelstücke gefertigt, mit vergleichsweise hohen Kosten. Analog zur Autoproduktion wolle Siemens nun laut dem Bericht künftig unterschiedliche Windanlagen auf der gleichen Plattform montieren, um Entwicklungs- und Produktionskosten zu senken. Spartenchef Ferlemann plant für die Zukunft nur noch vier verschiedene Grundmodelle: jeweils eines für Offshore- und Onshore-Anlagen sowie ein weiteres für neuartige getriebelose Windräder, für die es eine Plattform für große und eine für kleine Turbinen geben werde. Bei kleineren Anlagen mit 2,3 Megawatt hat Siemens die Fließbandfertigung schon weiter vorangetrieben als bei den Offshore-Turbinen. Diese sollen nun folgen.
Die Aktie von Siemens notierte zuletzt bei 66,64 Euro. (09.07.2012/ac/n/d)