28.11.2012 18:48
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Siemens verstärkt sich mit Milliardenzukauf im Bahn-Geschäft

   Von Ursula Quass

   Der Technologiekonzern Siemens kauft im Bahn-Geschäft zu. Für die Bahnautomatisierungs-Sparte des britischen Invensys-Konzerns legt das DAX-Unternehmen umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro auf den Tisch. Invensys begründete den Verkauf an die Deutschen mit den limitierten Möglichkeiten, in diesem Bereich zu wachsen. Siemens dagegen sieht in der Akquisition die Chance, seine Kernaktivitäten zu verstärken. Umgekehrt kündigte Siemens an, sein Geschäft mit der Abfertigung von Gepäck sowie der Sortierung von Briefen und Paketen veräußern zu wollen.

   Siemens verspricht sich von der Invensys-Akquisition "weltweit profitable Wachstumsmöglichkeiten" für seinen Sektor Infrastructure & Cities und "attraktives Synergiepotenzial" in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro bis 2018. Mit einem Umsatz von etwa 800 Millionen Pfund sei Invensys Rail ein führender Anbieter von softwarebasierter Signal- und Leittechnik für den Schienenverkehr. Derzeit beschäftigt Invensys Rail rund 3.200 Mitarbeiter.

   Die Invensys-Aktionäre und die Behörden müssen der Übernahme noch zustimmen. Siemens geht davon aus, dass die Transaktion im zweiten Quartal des Kalenderjahres 2013 abgeschlossen werden kann.

   Mit der Invensys-Akquisition übernimmt der Konzern allerdings auch Probleme: Die Eisenbahn-Sparte des Konzerns schlägt sich wie Siemens mit Projektverzögerungen herum, hat aber für das zweite Halbjahr "wesentliche Fortschritte" in Aussicht gestellt.

   Siemens machen derzeit Auslieferungsverzögerungen bei den neuen ICE-3-Zügen zu schaffen. Die Gründe für die Auslieferungsverzögerung liegen nach Angaben der Bahn vor allem in Problemen bei der Leit- und Sicherungstechnik, bei der Kupplung von Zügen und in Problemen im Speisewagen. Auf Testfahrten Anfang November sei es zudem zu Problemen bei der Zugsteuerung gekommen, etwa in Form von ungewollten Zwangsbremsungen. Siemens drohen nun Entschädigungsforderungen von Seiten der Bahn.

   Anders als bei der Bahnautomatisierung sieht Siemens im Bereich der Postautomatisierungs-, Paket- und Gepäckabfertigungssysteme nur wenige Synergien mit anderen Siemens-Divisionen und will dieses "hoch spezialisierte Nischengeschäft" nun abstoßen. In dem Bereich wurde zuletzt einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro und eine Ergebnismarge im mittleren einstelligen Bereich erzielt. Rund 3.600 Mitarbeiter arbeiten für Siemens in diesem Bereich.

   Kontakt zur Autorin: ursula.quass@dowjones.com

   DJG/uqu/mgo

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   November 28, 2012 12:17 ET (17:17 GMT)

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