finanzen.net hat sich wieder vier Werte aus dem SmallCap-Segment genauer angeschaut:
Gerry Weber
Langfristig weist die Aktie des Modeherstellers einen intakten Aufwärtstrend auf, der seit 2003 besteht. In seinem Fahrwasser konnte in der Vorwoche ein neues Allzeithoch bei 26,35 Euro erklommen werden. Das neue Hoch bestätig einmal mehr den intakten Trend, auch wenn kurzfristig eine Konsolidierung ansteht. Diese Meinung wird auch aktuell von einigen technischen Indikatoren vertreten, die bereits weit in ihren oberen Extremzonen notieren und ein Verkaufssignal generierten. Der übergeordnete Aufwärtstrend und die ansteigende 200-Tage-Linie bei derzeit 22,72 Euro bleiben davon aber unberührt. Erst ein Fall unter die wichtige Durchschnittslinie würde einen Hinweis auf eine Trendumkehr geben. Der Modekonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 einen Rekord bei Umsatz und Ergebnis verbucht. Die Vorhersagen für das laufende Geschäftsjahr 2011/2012 verheißen nochmals steigende Umsatzerlöse und eine höhere operative Marge.
Kabel Deutschland
Seit Ende des vergangenen Jahres befindet sich der Titel von Kabel Deutschland in einer Seitwärtsphase zwischen den Marken bei 44,20 und 38,27 Euro. Nach einem Test der Unterseite strebt der Kurs aktuell wieder gen Norden. Doch schon steht er vor einem massiven Hindernis, der 200-Tage-Linie bei 40,59 Euro. Ein Sprung darüber eröffnet zumindest weiteres Anstiegspotenzial bis zur Oberseite dieser auch als Rechteck-Formation bezeichneten Bewegung. Ein neuer Bewegungsimpuls wird allerdings erst initiiert, sobald der Kurs die Formation nach oben oder unten verlässt. Derzeit lässt sich jedoch noch keine Richtungsentscheidung ableiten. Auch die Schweizer Großbank UBS hat Kabel Deutschland kürzlich von "Buy" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel auf 42,75 Euro belassen. Der Kurs der Aktie dürfte sich in nächster Zeit auf dem derzeitigen Niveau festigen, nachdem sie den Stoxx-600-Index 2011 um mehr als 20 Prozent geschlagen habe, schrieben die Analysten.
Delticom
Nachdem der Online-Reifenhändler Ende Oktober ein neues Allzeithoch bei 82,00 Euro markierte, setzte eine scharfe Korrektur ein, die die Aktie bis Anfang dieses Jahres bis auf ein Tief bei 60,21 Euro drückte. Von diesem Niveau startete eine Aufwärtsrally, die den Kurs bis zum Freitag auf 76,64 Euro katapultierte. Hier scheint aber nun erst einmal eine Erschöpfung einzutreten, denn im Bereich bei 76 Euro liegt eine massive Barriere. Auch die kurzfristigen Indikatoren zeigen einen Reifegrad an, der nach einer Verschnaufpause ruft. Im Anschluss würde einer Klettertour bis zum Allzeithoch nicht viel im Weg stehen. Mittelfristig wären nach dessen Eroberung Kurse bis auf 90 Euro möglich. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte Europas größter Online-Reifenhändler Umsatz und Gewinn auf neue Rekordwerte steigern, die eigenen Prognosen wurden damit übertroffen.
Hornbach Baumarkt
Nach dem Mehrjahreshoch bei 30,49 Euro von Juli 2011, das allerdings nur auf Intraday-Basis erzielt wurde, konsolidiert die Aktie der Baumarktkette. Dabei weist die Bewegung eine fallende Tendenz auf. So konnten die gebildeten Verlaufshochs nicht mehr überboten werden. Im Gegenzug bildeten sich neue Bewegungstiefs aus, die insgesamt einen Abwärtstrendkanal anzeigen. Anleger achten deshalb auf die nächste Haltezone bei 22,75 Euro. Ein Bruch würde einen neuen Abwärtsimpuls zünden, der bis in die Unterstützungsregionen bei 21,50 und 20,50 Euro Platz hätte. Auch ein Blick auf den Trendfolger MACD macht wenig Mut, denn dieser lieferte am Anfang der Woche ein frisches Verkaufssignal. Ein Indiz für wieder steigende Kurse wäre die Zurückeroberung der 200-Tage-Linie bei derzeit 24,39 Euro.
Bildquellen: Julian Mezger