von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag
München. Im Ringen um die Verlängerung des Wartungsvertrags bei Siemens hat SAP das Rennen gemacht. Wie SAP am Mittwoch mitteilte, hat der Konzern den Zuschlag für die komplette Wartung der Siemens-Systeme erhalten. "Die Verlängerung des bestehenden Wartungs- und Supportvertrags erstreckt sich auf alle im Konzern eingesetzten SAP-Anwendungen", erklärte eine Siemens-Sprecherin auf Anfrage. Aus Konzernkreisen hieß es, die Konditionen seien für Siemens "erheblich günstiger als zuvor". Dazu wollte sich Siemens jedoch nicht äußern.
Branchenkreisen zufolge zahlt SAP Siemens für die Wartung künftig "pro Jahr nur noch 18 Millionen Euro“. SAP bezeichnete die Zahl als "falsch". Zuletzt hatte Siemens nach Analystenschätzung jährlich 35 Millionen Euro für die Wartung seiner Systeme an SAP gezahlt.
Der Münchner Konzern hatte den prestigeträchtigen Wartungsvertrag mit SAP im Sommer überraschend gekündigt.
In der Branche wurde die Entwicklung aufmerksam verfolgt. Lange Zeit galt das US-Unternehmen Rimini Street als mögliche Alternative zu SAP. Noch am Dienstag Abend hatten mit den Vorgängen vertraute Personen gegenüber dieser Zeitung erklärt, SAP habe "den Großteil des Wartungsvertrags" erhalten. Ein kleinerer Teil sei an Rimini Street gegangen (Euro am Sonntag berichtete). Die Wartungserlöse gelten als besonders profitables Geschäft. Weltweit verfügt Siemens über rund 300 SAP-Installationen und ist einer der größten SAP-Kunden.
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