von Jörg Bernhard
Die allgemein miserable Performance der Solarwerte ist für das schlechte Image der augenscheinlichste Beleg. Unter den fünf schlechtesten TecDAX-Werten der vergangenen 12 Monate waren vier Titel diesem Sektor zuzuordnen. Im Detail handelte es sich dabei um Q-Cells (-70,3 Prozent), SolarWorld (-66,0 Prozent), Centrotherm Photovoltaics (-58,0 Prozent) und SMA Solar Technology (-44,5 Prozent).
Trotz massiver staatlicher Förderung von Solarstrom und trotz der Atomkatastrophe in Fukushima ist in der Branche mehr Untergangs- als Aufbruchsstimmung auszumachen. Einige Firmen sind in diesem Jahr tief in die Verlustzone gerutscht und kämpfen sogar ums Überleben. Selbst Solarworld, die Ikone der deutschen Solarindustrie, verliert mittlerweile Geld, weil das US-Geschäft schlecht läuft. Unternehmenschef Frank Asbeck hatte für alle besorgten Aktionäre auch schon einen Schuldigen gefunden. „Auch wir blieben von den Preisrückgängen durch das starke Überangebot vor allem von staatlich subventionierten Billiganbietern nicht unberührt. Wir begrüßen daher die offizielle Aufnahme des Verfahrens gegen unlautere Handelspraktiken chinesischer Hersteller in den USA.“, meinte er bei der Präsentation miserabler Quartalszahlen am 14. November.
Chinesen machen auch Minus
Für die kommende Woche haben sechs chinesische Solarfirmen aktuelle Quartalszahlen angekündigt. Dabei handelt es sich um Trina Solar (Montag), Canadian Solar, JA Solar, Suntech Power (Dienstag) sowie ReneSola und Yingli Green Energy (Mittwoch). Man darf gespannt sein, welche Unternehmen für das dritte Quartal schwarze Zahlen verkünden werden. Bei den jüngsten Updates vom August meldeten JA Solar und Suntech Power bereits Verluste, während ReneSola haarscharf an roten Zahlen vorbeischrammte. Sinkende Margen zogen sich wie ein roter Faden durch sämtliche Quartalszahlen. Bei Yingli, einem hochrentablen Anbieter von Solartechnologie, lag die operative Gewinnmarge in Q2 2011 bei ordentlichen 12,0 Prozent. Verglichen mit 16,5 Prozent (Q1 2011) bzw. 20,9 Prozent (Q2 2010) dürfte aber auch hier eitel Sonnenschein fehl am Platze sein.
Bildquellen: BMU/Rupert Oberhaeuser