29.06.2012 17:00
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Fuchs Petrolub: Es läuft wie geschmiert

Fuchs Petrolub: Es läuft wie geschmiert
Solider MDAX-Titel
Der Schmierölspezialist Fuchs Petrolub kann selbst im aktuellen Umfeld Preiserhöhungen durchdrücken. Die Aktie ist ein Fall für Börsenfüchse.
€uro am Sonntag

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Auch wenn das Geschäftsmodell von Haus aus schmierig ist, gilt das Management als hochgradig seriös. Alexander Selent etwa beeindruckt die Börsenwelt regelmäßig mit tiefen Einblicken in die Kraftzellen der Volkswirtschaften. Der Zahlenfachmann ist Finanzchef von Fuchs Petrolub, dem weltweit größten, von Mineralölkonzernen unabhängigen Entwickler und Lieferanten von Ölen und Schmierstoffen.

Mit gut 10.000 verschiedenen Produkten ist das Mannheimer Familienunternehmen in fast jedem Industriesegment präsent. Das Management kann die konjunkturelle Lage in einzelnen Branchen deshalb sehr gut einschätzen. Und trotz der Schuldenkrise in Europa bleiben Selent und Vorstandschef Stefan Fuchs optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass wir auch 2012 das durchschnittliche Tempo der vergangenen Jahre mit fünf Prozent Umsatzwachstum, halten werden“, sagt Selent. Es wäre das dritte Rekordjahr in Folge.

Neue Serie von Preiserhöhungen
Die Preiserhöhungen, die Fuchs Petrolub aktuell vorbereitet, zeigen, dass die Mannheimer die Nachfrage für ihre Produkte als nachhaltig und robust einschätzen. Auch im vergangenen Jahr hatte man wegen eines rapiden Anstiegs der Rohstoffkosten die Preise im zweiten und dritten Quartal erhöht. „Das ist eine transparente Entwicklung, die unsere Kunden nachvollziehen können“, ist Selent überzeugt.

Die Rohstoffkosten summieren sich auf etwa die Hälfte des Umsatzes. Zu einer Anpassung der Preise gibt es deshalb kaum Alternativen. Wie stark sie ausfallen, hängt von Nachfrage und Wettbewerbssituation im jeweiligen Land ab. Pauschalangaben seien schwierig, erklärt Selent. Größenordnungen von 20 bis 30 Prozent, die Experten angesichts des zweistelligen Anstiegs der Kosten (etwa bei Basisölen) erwarten, seien jedoch „zu hoch gegriffen“.

Bei europäischen Kunden macht sich die Belastung durch die Schuldenkrise inzwischen deutlich bemerkbar: „Während die Nachfrage in Deutschland sowie in Osteuropa mit den Schwerpunkten Polen, Ukraine und Russland stark bleibt, sind Länder wie Spanien, Italien, aber auch Frankreich seit April schwächer“, hat Selent festgestellt.

In der Autoindustrie, die ein Fünftel des Umsatzes bringt, könne man die Schwäche Resteuropas mit der Stärke der deutschen Hersteller überkompensieren. Auch aus den Sektoren Stahl und Maschinenbau, die einen erheblichen Anteil am Umsatz ausmachen, sei der Auftragseingang „bisher gut“. Allerdings sei der Zuwachs aus den südlichen Euroländern auch hier verhalten.

Selbst für eine längere Krise oder ein Scheitern des Euro wäre Fuchs Petrolub gut gerüstet. Die komfortable Eigenkapitalquote von 67 Prozent und die hohe zweistellige Nettomarge überzeugen Analysten und Investoren gleichermaßen.

Von Finanzindustrie enttäuscht
So begehrt Selent als Gesprächspartner bei Analysten ist, so unbekannt ist er in den Kreditabteilungen der Banken. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Eigenkapital und Krediten wäre zwar betriebswirtschaftlich sinnvoll und wird langfristig auch angestrebt, „im Interesse einer kontinuierlichen Dividendenpolitik“ sei es jedoch „bis auf Weiteres zweckmäßig, auf Fremdkapital zu verzichten. Die Unabhängigkeit von Banken ist gerade in diesen Zeiten äußerst wichtig“, macht er seinem Ärger über die Finanzwelt Luft, in der nach der Lehman-Pleite selbst langjährige Kundenbeziehungen nichts mehr wert waren.

Obwohl Fuchs inzwischen ein globales Netzwerk aus rund 50 lokal produzierenden, einkaufenden und verkaufenden Einheiten aufgebaut hat, lässt der zersplitterte Weltmarkt noch viel Raum für Wachstum. Die 1,7 Milliarden Euro Jahresumsatz entsprechen einem Marktanteil von gerade mal zwei Prozent.

Investment für Börsenfüchse
Während der 25-jährigen Börsenhistorie hat Fuchs Petrolub die Dividende im Schnitt jährlich um zehn Prozent gesteigert. Die Aktie ist eines der besten Langfristinvestments im MDAX. Die Profitabilität ist mit mehr als 30 Prozent Eigenkapitalrendite hoch. Mit sieben Prozent Umsatzwachstum auf 1,78 Milliarden Euro Umsatz und gut neun Prozent Plus beim Nettogewinn auf 200 Millionen Euro erwarten Analysten für 2012 erneut Rekordzahlen. Kaufen.

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