25.03.2013 17:32
Bewerten
(1)

Zyperns Banken öffnen nach Rettung wieder

Sorge vor Chaos: Zyperns Banken öffnen nach Rettung wieder | Nachricht | finanzen.net
Sorge vor Chaos
DRUCKEN
Nach der dramatischen Rettung Zyperns vor dem Staatsbankrott will Europa einen Ansturm auf die Banken verhindern.
Die zyprische Regierung wollte Höchstbeträge einführen, um eine Kapitalflucht zu verhindern. Am Dienstag sollen nach zehn Tagen die Schalter wieder öffnen. Die EU kündigte nach der Einigung mit Nikosia an, die sozialen Folgen der Krise auf der geteilten Mittelmeer-Insel abzufedern. Zypern droht mit der erzwungenen Banken-Schrumpfung ein langer Wirtschaftseinbruch.

    Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hob die Beteiligung von Großanlegern und Bank-Eigentümern am Rettungspaket als gerechte Lastenverteilung hervor. "Das gefundene Ergebnis ist richtig, und es nimmt auch die in die Verantwortung, die die Probleme mit verursacht haben." Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach von einer fairen Lösung: "Es bleibt ein schmerzlicher Weg für Zypern."

BANKEN SEIT EINEINHALB WOCHEN GESCHLOSSEN

    Die maroden Banken sind seit eineinhalb Wochen geschlossen. Kunden bekommen nur am Automaten Geld. Die Wiedereröffnung der Institute müsse nun mit Umsicht geschehen, sagte Schäuble. Erwartet wird, dass Kunden nur Höchstbeträge pro Tag und Monat abheben dürfen. Mit den Einschränkungen soll verhindert werden, dass alle Sparer ihr ganzes Geld abziehen.

    Beträge bis 100 000 Euro werden verschont. Damit revidierten die Euro-Finanzminister jetzt ihre umstrittene Entscheidung von Mitte März für eine generelle Zwangsabgabe für Bankguthaben. Das hatte Sparer in ganz Europa verunsichert. "Konten unter 100 000 Euro sind geschützt, da gibt es keinen Zweifel dran", sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem.

ZWEITGRÖßTE BANK SOLL ZERSCHLAGEN WERDEN

    Nun werden Großanleger, Eigentümer und Gläubiger der beiden größten Banken der Insel herangezogen. Die zweitgrößte Bank, Laiki, soll aufgespalten werden und am Ende de facto verschwinden. Der Branchenprimus, die Bank of Cyprus, wird saniert und übernimmt den lebensfähigen Teil von Laiki. Kunden beider Banken mit mehr als 100 000 Euro werden schmerzhafte Einschnitte verkraften müssen.

    Euro-Länder und Internationaler Währungsfonds (IWF) hatten Zypern in der Nacht zu Montag vor dem Staatsbankrott bewahrt. Sie einigten sich mit der zyprischen Regierung nach einem über zwölfstündigen Verhandlungsmarathon auf ein Hilfsprogramm von 10 Milliarden Euro. Gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes ist es das bisher umfangreichste in der europäischen Schuldenkrise.

STEINBRÜCK KRITISIERT VERZÖGERTE LÖSUNG

    Ohne Einigung hätte die Europäische Zentralbank (EZB) den zyprischen Banken am Dienstag den Geldhahn abgedreht. Die Details des Hilfsprogramms sollen nun bis Mitte April ausgehandelt sein. Dann wird auch der Bundestag entscheiden. Eine Mehrheit gilt als sicher, da neben der schwarz-gelben Regierungskoalition auch SPD und Grüne Zustimmung signalisierten.

    SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kritisierte, die verzögerte Lösung habe Vertrauen zerstört. "Die Bundeskanzlerin und der Finanzminister sind mit verantwortlich dafür zu machen, dass es nun tiefgreifende Zweifel am europäischen Krisenmanagement gibt." Nach Angaben von Schäuble muss das Parlament in Nikosia dem Kompromiss nicht erneut zustimmen.

RUSSLAND WILL ZYPERN HELFEN

    Russland will Zypern helfen und Bedingungen für einen 2011 ausgezahlten Kredit von 2,5 Milliarden Euro möglicherweise lockern. Kremlchef Wladimir Putin wies die Regierung in Moskau an, die Bemühungen der Eurogruppe zu unterstützen.

    Viele der 860.000 Zyprer fürchten nun Massenarbeitslosigkeit wie in anderen Euro-Krisenstaaten. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sagte rasche Hilfe zu. "Wir müssen jetzt alle hart arbeiten, um die sozialen Auswirkungen der Krise in Zypern abzumildern." So könnte Geld aus EU-Töpfen etwa im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit mobilisiert werden./amh/aha/cb/tt/tb/sl/DP/jkr

Bildquellen: Paul Cowan / Shutterstock.com

Melden Sie sich jetzt an!

Wäre es nicht genial, wenn Sie für jede Marktsituation und jedes Anlagebedürfnis den passenden ETF hätten? Welche ETFs sich wann und wofür am besten eignen, erfahren Sie im Online-Seminar am 12. Dezember.
Hier zum ETF-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Der große Ausblick auf 2018!

Am 13. Dezember gibt Simon Betschinger von TraderFox im Anlegerclub der Börse Stuttgart einen Ausblick auf das kommende Börsenjahr. Dabei nimmt er ausgewählte Aktien unter die Lupe und erklärt, warum er genau diese Werte für besonders aussichtsreich hält.
Jetzt kostenfrei registrieren
und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX schließt leichter -- Dow Jones fester -- Bitcoin steigt nach Start des ersten Terminkontrakts -- Uniper, Deutsche Post, BVB, Siemens im Fokus

Apple kauft Musikerkennungs-App Shazam. Adidas schwächeln weiter - Experte: Anleger schichten um. Zurich Insurance baut Australien-Geschäft mit Milliardenübernahme aus. 3M verkauft Sparte Communication Markets für 900 Millionen Dollar. Experten rechnen fest mit Zinserhöhung in den USA.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Daimler AG710000
Bitcoin Group SEA1TNV9
BYD Co. Ltd.A0M4W9
AIXTRON SEA0WMPJ
Apple Inc.865985
BP plc (British Petrol)850517
Siemens AG723610
GeelyA0CACX
E.ON SEENAG99
Dialog Semiconductor Plc.927200