07.11.2012 18:05

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SORGEN UM DEUTSCHLAND

Draghi sieht Deutschland von Krisenausläufern erfasst


Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat die geplanten Staatsanleihekäufe auch mit Blick auf die Konjunkturabschwächung in Deutschland verteidigt.

Bei einer Veranstaltung in Frankfurt versuchte Draghi zudem die Angst vor einer Zusammenlegung europäischer Einlagensicherungssysteme zu zerstreuen.

   "Bisher konnte sich Deutschland manchen Schwierigkeiten in anderen Regionen des Euro-Gebiets weitgehend entziehen. Die neuesten Daten deuten jedoch darauf hin, dass Ausläufer der Krise nun auch die deutsche Wirtschaft erreicht haben", sagte Draghi beim Wirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken in Frankfurt.

   Der Auftragseingang der Industrie ist im September deutlicher als erwartet gesunken, was auch im Einklang mit Unternehmensumfragen darauf hindeutet, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal schrumpfen wird.

   Der EZB-Präsident räumte ein, dass die geplanten Outright Monetary Transactions (OMT), unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen von Krisenländern, nicht unumstritten ist. Er verwies aber darauf, dass das OMT-Programm so konstruiert sein müsse, dass es die Finanzmärkte beeindrucke. "Wir müssen uns vor Augen halten, wie die Märkte funktionieren", sagte Draghi. Maßnahmen, die die Stabilität des Euroraums als Ganzes sicherten, würden auch Deutschland zugute kommen.

   Nach Aussage des EZB-Präsidenten hatte bereits die Ankündigung des OMT-Programms günstige Auswirkungen. So habe sich die Stimmung an den Finanzmärkten erheblich aufgehellt und die Abstände der Anleihezinsen seien zurückgegangen. Auf der anderen Seite habe die OMT-Ankündigung nicht zu höheren Inflationserwartungen geführt.

   Draghi trat vor den Vertretern der Volks- und Raiffeisenbanken außerdem Befürchtungen entgegen, dass die geplante Finanzmarktunion zwangsläufig zu einer Kollektivierung der nationalen Einlagensysteme führen würden. "Eine Finanzunion impliziert nicht notwendigerweise ein Pooling von Einlagensicherungssystemen. Die Einrichtung und Finanzierung solcher Einlagensicherungssysteme kann bei vergleichbarer Wirksamkeit in nationaler Verantwortung bleiben", sagte er.

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Bildquellen: ECB

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Kommentare zu diesem Artikel

belfegore schrieb:
07.11.2012 23:02:29

einmal GoldmanSachs immer GS. Natürlich will die Politik ans Ersparte.Immerhin 4 Billionen. Dazu dieMaut, EEG-Uml.,Spielgewinnversteuerung,Steuer auf sämtl.Börsengeschäfte- auch Verluste. etc.etc.etc. Und sie wählen sie trotzdem !!!

Koboldo schrieb:
07.11.2012 21:47:51

Draghis Anleihekäufe mögen im ersten Moment sinnvoll erscheinen, aber sie haben gravierende Mängel:
es fehlt an demokratischer, gesetzlicher und vertraglicher Legitimation. Zudem wird dadurch die Inflation angeheizt. Man merkt dieses Gift am Anfang nicht, wenn es aber wirkt, ist es zu spät!

reini54 schrieb:
07.11.2012 20:50:53

Absturz Frankreichs? Das gibt es doch gar nicht. Die können viel Geld ausgeben, das sie nicht haben. D wird dafür zahlen. Dafür sorgen Bundesmutti und Schäuble schon. Ist doch nicht ihr Geld. Die haben allemal ausgesorgt. Zum Schaden deutscher Steuerzahler.

ottnang schrieb:
07.11.2012 17:46:00

MERKEL/SCHÄUBLE ist zu verdanken, dass es uns in jedem Fall besser geht als allen anderen EU-Staaten. Was ist mit HOLLANDE: Der Anfang vom Absturz Frankreichs ist durch ihn eingeläutet. Und was will DRAGHI, dem sowieso nicht zu glauben ist...Deutschland ist ja für ihn das Pfand zum Zahlen.

khaproperty schrieb:
07.11.2012 16:36:01

D leidet nur deswegen besonders stark unter der Krise, weil es für alle 16 weiteren Euroländer mitbezahlen muß - so oder anders.
Zu verdanken haben wir unsere bevorstehende Pleite den größenwahnhaften Politikern Merkel, Schäuble und den ahnungslosen Dummköpfen in den Parlamenten.

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