07.11.2012 18:05
Bewerten
 (56)

Draghi sieht Deutschland von Krisenausläufern erfasst

Seite von 1:
Bei einer Veranstaltung in Frankfurt versuchte Draghi zudem die Angst vor einer Zusammenlegung europäischer Einlagensicherungssysteme zu zerstreuen.

   "Bisher konnte sich Deutschland manchen Schwierigkeiten in anderen Regionen des Euro-Gebiets weitgehend entziehen. Die neuesten Daten deuten jedoch darauf hin, dass Ausläufer der Krise nun auch die deutsche Wirtschaft erreicht haben", sagte Draghi beim Wirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken in Frankfurt.

   Der Auftragseingang der Industrie ist im September deutlicher als erwartet gesunken, was auch im Einklang mit Unternehmensumfragen darauf hindeutet, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal schrumpfen wird.

   Der EZB-Präsident räumte ein, dass die geplanten Outright Monetary Transactions (OMT), unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen von Krisenländern, nicht unumstritten ist. Er verwies aber darauf, dass das OMT-Programm so konstruiert sein müsse, dass es die Finanzmärkte beeindrucke. "Wir müssen uns vor Augen halten, wie die Märkte funktionieren", sagte Draghi. Maßnahmen, die die Stabilität des Euroraums als Ganzes sicherten, würden auch Deutschland zugute kommen.

   Nach Aussage des EZB-Präsidenten hatte bereits die Ankündigung des OMT-Programms günstige Auswirkungen. So habe sich die Stimmung an den Finanzmärkten erheblich aufgehellt und die Abstände der Anleihezinsen seien zurückgegangen. Auf der anderen Seite habe die OMT-Ankündigung nicht zu höheren Inflationserwartungen geführt.

   Draghi trat vor den Vertretern der Volks- und Raiffeisenbanken außerdem Befürchtungen entgegen, dass die geplante Finanzmarktunion zwangsläufig zu einer Kollektivierung der nationalen Einlagensysteme führen würden. "Eine Finanzunion impliziert nicht notwendigerweise ein Pooling von Einlagensicherungssystemen. Die Einrichtung und Finanzierung solcher Einlagensicherungssysteme kann bei vergleichbarer Wirksamkeit in nationaler Verantwortung bleiben", sagte er.

Dow Jones Newswires,   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 51 AM EST 11-07-12

Bildquellen: Petronilo G. Dangoy Jr. / Shutterstock.com, ECB
Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX schließt mit kräftigem Gewinn -- US-Börsen schließen grün -- IBM mit durchwachsenen Zahlen -- Athen kratzt das letzte Geld zusammen -- Morgan Stanley, Commerzbank, VW im Fokus

Musk wollte Tesla an Google verkaufen. GE verhandelt mit Wells Fargo über Verkauf von Unternehmenskreditgeschäft. Griechische Staatsfonds müssen Barreserven an Zentralbank übertragen. China hilft Venezuela mit Milliardenkredit. Carl Zeiss Meditec mit weniger Gewinn. Nokia will zurück ins Handy-Geschäft. EZB lässt Bilanzziel fallen. Draghi: Kein Euro-Ausstieg Griechenlands. EZB: Manche Regierungen werden von Negativzinsen abgeschirmt. Athen: Rettung aus China und Russland? - Kreml reserviert.

Themen in diesem Artikel

In welchem Land gibt es die höchsten Ausschüttungen?

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die besten Flughäfen der Welt

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

10 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

Die wundersame Welt von Google

mehr Top Rankings

Umfrage

Die Lokführergewerkschaft GDL hat nach den gescheiterten Tarifgesprächen am Sonntag offiziell beschlossen, erneut zu streiken. Haben Sie dafür Verständnis?