"Wir sind mitten in Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern", sagte eine Daimler-Sprecherin am Donnerstag in Stuttgart. Man wolle den Stellenabbau mit freiwilligen Vereinbarungen erreichen. Mitarbeiter, die das Unternehmen verließen, bekämen Abfindungen.
Der DAX-Konzern will in seiner Lkw-Sparte 2.100 Stellen streichen. Der Großteil entfällt auf die Produktion in Nordamerika. In Deutschland sollen 800 Stellen in Nichtproduktionsbereichen an Standorten in Mannheim, Gaggenau, Wörth und Kassel wegfallen. Einen Einstellungsstopp gebe es aber nicht.
Eine Sprecherin des Betriebsrats betonte, der geplante Personalabbau werde sozialverträglich umgesetzt. "Die Gesamtbetriebsvereinbarung 'Zukunftssicherung Daimler' schützt alle Beschäftigten der Daimler AG bis Ende 2016 vor betriebsbedingten Kündigungen", betonte sie. "Damit scheiden Mitarbeiter ausschließlich freiwillig und mit Abfindung aus." Über Details werde noch verhandelt.
Der Stellenabbau in Deutschland geschehe im Rahmen eines Spar- und Effizienzprogramms in der Lkw-Sparte, erklärte die Daimler-Sprecherin. Damit wolle der Autobauer sicherstellen, für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.
In den USA sehe die Lage anders aus: Wegen Konjunkturproblemen würden Kunden ihren Fuhrpark derzeit nicht aufstocken oder erneuern, so die Sprecherin. Den betroffenen Mitarbeitern in Nordamerika würden aber weiterhin Sozialabgaben bezahlt. Sollte sich die Lage in den USA bessern, würden sie zurückholt.
Am Wochenende hatte der schwedische Lastwagenbauer Volvo angekündigt, mit einer Beteiligung an einem chinesischen Hersteller zur Nummer eins in der Branche bei schweren Lkw aufzusteigen. Daimler als bisher größter Lkw-Hersteller weltweit hatte darauf gelassen reagiert. "Dass wir die Nummer 1 sind und damit gejagt werden, das ist eine Situation, in der wir uns immer befinden", hatte ein Konzernsprecher erklärt. Weltweit beschäftigt Daimler in der Lkw-Sparte nach aktuellen Angaben mehr als 75.000 Menschen. In Deutschland arbeiten davon rund 27.000, in Nordamerika 11.000.
STUTTGART (dpa-AFX)
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Quelle: auto-motor-und-sport.de Bild: Kia Motors
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